International Campaign for Tibet
 

Tibet: Mönch zündet sich selbst an und erliegt Verletzungen / Selbstanzündung offenbar aus politischem Protest

Berlin, 30. November 2017. Im osttibetischen Kardze hat sich am vergangenen Sonntag erneut ein buddhistischer Mönch offenbar aus politischem Protest angezündet und ist seinen Verletzungen erlegen. Der Mönch Tenga stammte aus dem Kloster Kardze in der Tibetisch Autonomen Präfektur Kardze (chin.: Ganzi) in der Provinz Sichuan. Altersmäßig soll er in seinen Sechzigern gewesen sein. Die Selbstverbrennung ereignete sich bereits am Sonntag, tibetischen Quellen zufolge soll Tenga dabei nach „Freiheit“ gerufen haben. Bewaffnete Sicherheitskräfte seien unmittelbar danach am Ort des Geschehens eingetroffen und brachten den Leichnam fort, heißt es weiter. In der Region sei in der Folge eine umfassende Kommunikationssperre verhängt worden.

Die Zahl der Selbstanzündungen in Tibet und China ist damit seit 2009 auf 151 gestiegen. In diesem Jahr hatten sich zuvor bislang vier Tibeter selbst angezündet, außerdem war es im indischen Exil zu zwei weiteren Selbstverbrennungen von Tibetern aus Protest gegen die Politik Pekings in ihrer Heimat gekommen.

Der Mönch Tenga galt in der Region aufgrund seines Engagements für Bildung als hochangesehen. Er hatte bis zu seinem gesundheitsbedingten Ausscheiden im Kloster gelebt und wohnte in der Folge in seinem Heimatdorf. Tibetische Identität und Widerstand gegen die chinesische Herrschaft gelten in der Region Kardze traditionell als besonders ausgeprägt.

Weitere Einzelheiten können Sie unserem englischsprachigen Bericht "Respected Tibetan monk sets fire to himself in eastern Tibet“ vom 30. November 2017 entnehmen.

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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

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