Tibet: Großangelegte
Zerstörungen in
Yachen Gar

Quelle: RFA

Erst Vertreibung, dann Zerstörung. Nachdem die chinesischen Behörden seit Mai mehr als 7.000 Mönche und Nonnen zum Verlassen des einstmals pulsierenden buddhistischen Studienzentrums Yachen Gar gezwungen hatten, folgt nun offenbar die Zerstörung ihrer Unterkünfte. Wie berichtet, wurden die Menschen in Busse gesetzt und in ihre Heimatlandkreise in anderen Teilen Tibets verfrachtet. Nicht wenige von ihnen landeten dort in Hafteinrichtungen, wo sie sich zwangsweiser „politischer Umerziehung“ ausgesetzt sahen. Berichten zufolge haben die Behörden nun damit begonnen, die Unterkünfte der vertriebenen Mönche und Nonnen dem Erdboden gleichzumachen. Unter Einsatz von Baggern und Bulldozern seien am 19. Juli zunächst mehr als 100 Hütten im Wohnbereich der Nonnen zerstört worden. Tags darauf hätten schwere LKW die Überreste der Behausungen zu einem Sammelplatz in der Nähe von Yachen Gar gefahren. Man gehe davon aus, dass das Material dort später verbrannt werden solle. Die Baumaschinen würden über Nacht auf ein umzäuntes Gelände in der Nähe eines Militärlagers gebracht; dort seien auch die Bauarbeiter untergebracht, so ein Bericht von RFA. RFA veröffentlichte auch Videomaterial von den Abrissarbeiten, das wir auf Facebook weiter verbreitet haben.

Zweite massive Vertreibungswelle im Juli

Die chinesischen Behörden scheinen in Yachen Gar planmäßig vorzugehen. Die rund 3.500 Mönche und Nonnen, die im Mai aus dem buddhistischen Studienzentrum vertrieben wurden, stammten offenbar alle aus der sogenannten Autonomen Region Tibet (TAR). In einer zweiten großen Vertreibungswelle im Juli dann zwangen die chinesischen Behörden weitere 3.600 Mönche und Nonnen, das buddhistische Studienzentrum Yachen Gar zu verlassen. Dies meldete „Radio Free Asia“ (RFA) unter Berufung auf eine lokale Quelle. Die Betroffenen stammten dieses Mal aus anderen Teilen Sichuans und Qinghais. Lediglich diejenigen Bewohner Yachen Gars, die aus dem Landkreis Palyul stammen, dürften dort verbleiben, so der Bericht.

Nonnen gequält und geschlagen

Tibetische Nonnen, die von den chinesischen Behörden gezwungen wurden, das buddhistische Studienzentrum Yachen Gar zu verlassen und seitdem in „Umerziehungshaft“ festgehalten werden, erhielten zusätzliche Strafen, wenn sie angesichts ihrer Behandlung in Tränen ausbrachen. Die Nonnen würden im Landkreis Jomda (chin.: Jiangda) in der sogenannten Autonomen Region Tibet (TAR) festgehalten, wo sie mehrmals täglich an „Umerziehungskursen“ teilnehmen müssten. Sie seien gezwungen worden, ihre Roben abzulegen, und müssten stattdessen Zivilkleidung tragen. Während der „Umerziehungssitzungen“, die morgens und nachmittags stattfänden, würden die Nonnen gezwungen, „patriotische“ chinesische Lieder zu singen und zu tanzen, so eine Quelle. Abends müssten sie chinesische Propagandafilme anschauen, die beispielsweise Siege der Chinesen im Krieg gegen Japan zeigten.

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