Tibets Panchen Lama:
«Verschwunden»,
doch nicht vergessen

Quelle: Tibet’s Stolen Child

ICT fordert Freiheit für den 1995 im Alter von sechs Jahren entführten Panchen Lama Tibets, Gedhun Choekyi Nyima. Der „jüngste politische Gefangene der Welt“ feierte am 25. April seinen 31. Geburtstag und lebt trotz anhaltender internationaler Kritik mutmaßlich abgeschottet von der Außenwelt unter der Bewachung der chinesischen Behörden. Sowohl Menschenrechtsexperten der UNO als auch anderen Beobachtern wird der Zugang zu ihm beharrlich verweigert. Wo er festgehalten wird, ist nicht bekannt. Die International Campaign for Tibet betrachtet die Entführung des Panchen Lama als schwere Menschenrechtsverletzung und einen massiven Eingriff in die Religionsfreiheit tibetischer Buddhisten, die das Recht haben, ihre Glaubensführer selbst zu bestimmen.

Verhaftet wegen Gebet für Panchen Lama

Geboren in der Region Lhari in Tibet wurde Gedhun Choekyi Nyima im Alter von sechs Jahren vom Dalai Lama als Reinkarnation des Panchen Lama anerkannt. Nur wenig später wurde der junge Tibeter entführt. Die chinesische Regierung bestimmte nach seinem „Verschwindenlassen“ einen eigenen Panchen Lama, der jedoch von den Tibetern nicht anerkannt wird. So wurde im vergangenen Jahr der junge Tibeter Wangchen in der osttibetischen Präfektur Kardze zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er öffentlich für den „verschwundenen“ 11. Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima gebetet und „Freiheit für den Panchen Lama!“ gerufen hatte.

Weltweite Forderungen nach Freilassung

Nicht nur Menschenrechtsorganisationen wie ICT fordern seit Jahren beharrlich die Freilassung von Tibets Panchen Lama. Gedhun Choekyi Nyima mag „verschwunden“ sein – doch vergessen ist er nicht. Weltweit setzen sich zahlreiche Menschen unermüdlich für seine Freilassung ein, auch aus dem Bereich der Politik. So forderten 32 Abgeordnete des Europaparlaments die EU-Kommission auf, von Peking die bedingungslose Freilassung des Panchen Lama zu verlangen. Und auch in den USA wird die Forderung beharrlich unterstützt, zuletzt etwa von dem prominenten demokratischen Abgeordneten James McGovern, einem langjährigen Unterstützer der tibetischen Sache.

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