International Campaign for Tibet
 

„Beschämender Kotau vor Diktatur“ / Mercedes-Benz „entschuldigt“ sich für Verwendung von Dalai Lama-Zitat / ICT: Mercedes hilft Peking beim weltweiten Export seiner Zensur

Diesen Instagram-Post ließ Mercedes-Benz löschen und erklärte ihn zu einer „extrem fehlerhaften Botschaft“. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (Quelle: medium.com/shanghaiist)

Berlin, 6. Februar 2018. Mit Entsetzen reagiert die International Campaign for Tibet (ICT) auf Berichte über eine „Entschuldigung“ des deutschen Autobauers Mercedes-Benz für die Verwendung eines Dalai Lama-Zitats auf der Instagram-Seite des Konzerns. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, hatte Mercedes eine Werbeanzeige für seine Autos auf Instagram mit einem Zitat des tibetischen Friedensnobelpreisträgers versehen. Rasch zog der Beitrag die Kritik chinesischer Internetnutzer auf sich, der in China nur mittels von der Regierung bekämpfter VPN-Verbindungen gesehen werden kann, da das Netzwerk wegen der Internetsperren offiziell nicht zugänglich ist.

Daraufhin löschte Mercedes-Benz die Anzeige mit dem Dalai Lama-Zitat und veröffentlichte auf seiner Weibo-Seite eine „Entschuldigung“. Darin verspricht die Firma, sich um ein „tieferes Verständnis von chinesischer Kultur und Werten“ bemühen zu wollen, was explizit nicht nur für ihre chinesischen Angestellten, sondern weltweit gelte. Etwas Derartiges werde nicht mehr vorkommen, versprach die Firma, die sich für ihre „extrem fehlerhafte Botschaft“ entschuldigte.

Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet handelt es sich bei dem Verhalten des Autobauers um einen „beschämenden Kotau vor der Diktatur“, wie ICT-Geschäftsführer Kai Müller sagte. Ohne Not passe man sich bei Mercedes-Benz den Sprachregelungen der Kommunistischen Partei an und verspreche im vorliegenden Fall sogar, Peking beim weltweiten Export seiner Zensur zu unterstützen. Geradezu ironisch wirke das Ganze angesichts des verwendeten Zitats des Dalai Lama: „Look at situations from all angles and you will become more open.” (Auf Deutsch etwa: „Betrachte eine Lage aus allen Blickwinkeln und Du wirst offener werden.”)

„Besonders inakzeptabel ist das Vorgehen von Mercedes-Benz vor dem Hintergrund der Person, deren Zitat Mercedes verwendet hat“, so Kai Müller. „Der Dalai Lama genießt in aller Welt hohes Ansehen. Wenn Mercedes-Benz sich an der Verunglimpfung eines Friedensnobelpreisträgers beteiligt, ist dies zugleich auch eine Verunglimpfung der Werte, die der Dalai Lama verkörpert, nämlich Gewaltlosigkeit, Mitgefühl und Achtung vor dem Anderen. Und es ist ein Schlag ins Gesicht vieler Kunden des Unternehmens in aller Welt, die an Werte wie Freiheit, Demokratie und Menschenrechte glauben“, so der ICT-Geschäftsführer weiter.

Pressekontakt:

Kai Müller
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Twitter: @savetibet

International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
D-10435 Berlin
www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

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