Junge Tibeter
fordern Tibets
Unabhängigkeit
Quelle: RFA
„Verkleidet als Geschäftsleute, Bettler und gewöhnliche Besucher“ mischten sich chinesische Polizisten unter die Bevölkerung der Ortschaft Dza Mey im osttibetischen Landkreis Sershul (unten eine Straßenszene aus der Kreisstadt) und versuchten, Aktivitäten und Stimmungen der Menschen auszuspionieren. So berichteten Medien unter Berufung auf tibetische Quellen. Ergänzt wurden die Zivilpolizisten durch ein massives Aufgebot paramilitärischer Polizeieinheiten, die in einem großen Konvoi nach Dza Mey gekommen und nun überall ausgeschwärmt seien. In Einsatzfahrzeugen patrouillierten sie durch die Straßen.

Junger Tibeter stirbt nach Selbstanzündung
In Tibet hat sich Berichten zufolge erneut ein junger Tibeter aus Protest selbst angezündet und ist an seinen Verletzungen gestorben. Tibetische Quellen im Exil mit guten Verbindungen in die Region berichteten, dass sich der 24-jährige Yonten (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen jungen Protestierer aus Sershul) am 26. November in der osttibetischen Stadt Ngaba (chin.: Aba, Provinz Sichuan) selbst in Brand setzte. Den Berichten zufolge war Yonten ein ehemaliger Mönch des Klosters Kirti, das insbesondere seit 2008 Schauplatz zahlreicher Proteste und massiver Repression durch die chinesischen Behörden gewesen ist. Die International Campaign for Tibet (ICT) ist bestürzt über die neuerliche Selbstanzündung. ICT-Geschäftsführer Kai Müller: „In Tibet herrscht ein totalitärer Polizeistaat. Peking schottet das Land systematisch ab und traurige Vorfälle wie die erneute Selbstverbrennung eines Tibeters sind Ausdruck eines Alltags aus Überwachung, Kontrolle und Indoktrination. Die internationale Gemeinschaft muss die Situation in Tibet mit Nachdruck thematisieren.“


