Verkleidete Zivilpolizisten
spionieren Aktivitäten
der Bevölkerung aus

Foto: Ken Marshall-CC-BY-2.0

 

Verkleidet als Geschäftsleute, Bettler und gewöhnliche Besucher“ mischten sich chinesische Polizisten unter die Bevölkerung der Ortschaft Dza Mey im osttibetischen Landkreis Sershul, und versuchten, Aktivitäten und Stimmungen der Menschen auszuspionieren. Dies berichtet „Radio Free Asia“ (RFA) unter Berufung auf tibetische Quellen. Ergänzt würden die Zivilpolizisten durch ein massives Aufgebot paramilitärischer Polizeieinheiten, die in einem großen Konvoi nach Dza Mey gekommen und nun überall ausgeschwärmt seien. In Einsatzfahrzeugen patrouillierten sie durch die Straßen, das Alltagsleben in der kleinen Landgemeinde sei angesichts der engmaschigen Überwachung komplett aus den Fugen geraten. Offenbar reagieren die chinesischen Behörden damit auf die Proteste von Tibetern, die vor Kurzem in dem zu Dza Mey gehörenden Dorf Dza Wonpo Flugblätter verteilt hatten, auf denen die Unabhängigkeit Tibets gefordert wurde.

So protestierten die beiden Tibeter Yonten und Choegyal am 21. November im Hof der Polizeistation von Dza Wonpo mit ihren Flugblättern gegen die chinesische Regierung. Kurz darauf wurden die beiden von chinesischen Polizisten festgenommen. Schon vor ihrer Protestaktion hatten Yonten und Choegyal Videos mit Bildern des Dalai Lama und der Forderung nach „Unabhängigkeit für Tibet“ auf WeChat veröffentlicht. Für zwei Tage seien sie RFA zufolge in Dza Mey festgehalten und heftig geschlagen worden. Am 23. November habe man sie dann nach Sershul verbracht, dem Hauptort des gleichnamigen Landkreises. Anfang des Monats hatten in Dza Wonpo bereits vier junge Mönche eine ähnliche Protestaktion durchgeführt. Kunsal, 20, Tsultrim, 18, Tamey, 18, und Soeta, 18, verteilten im Hof eines chinesischen Verwaltungsgebäudes hunderte Flugblätter, auf denen die Unabhängigkeit Tibets sowie die Einhaltung der Menschenrechte in Tibet und insbesondere die Achtung der Rechte der tibetischen Bevölkerung gefordert wurden. Wenig später wurden auch sie in ihrem Kloster von der chinesischen Polizei verhaftet.

(Unser Foto zeigt eine Straßenszene im Landkreis Sershul. Foto: Ken Marshall-CC-BY-2.0)

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