ICT-Programm-
beschwerde gegen
Tibet-Doku der ARD

Quelle: Screenshot_ARD

Am 15. März präsentierte die ARD zur besten Sendezeit ein chinesisches Propaganda-Bild von Tibet mit glücklichen Yak-Hirten, Vogelschützern und buddhistischen Mönchen. Es handelte sich dabei um den ersten Teil der Dokumentation „Wildes China“, einer Koproduktion der BBC mit Chinas Staatsfernsehen CCTV, welche die ARD übernommen hatte. Leider ignoriert dieser „Naturfilm“ völlig die wahre Lage in Tibet, etwa die umfangreichen und menschenrechtswidrigen Zwangsansiedlungen von tibetischen Nomaden und Hirten, die gerade auch unter dem Vorwand des Umweltschutzes erfolgen. Unmittelbar nach Ausstrahlung kritisierte die International Campaign for Tibet öffentlich die in der Dokumentation platzierten Narrative über den tibetischen Buddhismus und tibetische Nomaden. Von dem verantwortlichen Sender NDR verlangten wir Aufklärung darüber, wie es möglich sein konnte, chinesische KP-Propaganda im deutschen Fernsehen auszustrahlen. Leider blieb die Reaktion des Senders enttäuschend, weshalb ICT nun eine offizielle Programmbeschwerde eingereicht hat. Unser entsprechendes Schreiben an den NDR-Rundfunkrat können Sie hier nachlesen.

Deutsche Gebührengelder für KP-Propaganda?

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen auf. Wie gehen öffentlich-rechtliche Medien mit Material aus autoritär regierten Ländern um, in denen die Bevölkerung systematisch Repression und Verfolgung ausgesetzt werden und in dem ein Klima der Angst geschaffen wird, das sich dezidiert gegen bestimmte Volksgruppen richtet? Sind Medienschaffende sensibilisiert und geschult darin, Narrative einer selbstbewusst und expansiv auftretenden Diktatur zu erkennen? Ist es akzeptabel, dass Gebührengelder der öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland auch nur mittelbar zur Finanzierung eines Instruments von Menschenrechtsverletzungen, wie es der chinesische Staatssender CCTV ist, verwendet werden? Das öffentlich-rechtliche Fernsehen steht hier besonders in der Verantwortung, da es sich über Gebühren finanziert, die alle Bewohner dieses Landes aufbringen müssen.

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