Freiheit für den
Panchen Lama!

 

Quelle: ICT/Foto: Dirk Scheerle_ICT

Auch seinen 30. Geburtstag am 25. April musste der Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima in chinesischem Gewahrsam verbringen. Als kleiner Junge war er vom Dalai Lama als 11. Reinkarnation des Panchen Lama anerkannt worden, der nach dem Dalai Lama vielleicht wichtigsten religiösen Führungsfigur des tibetischen Buddhismus. Nur wenige Wochen später wurde er im Alter von sechs Jahren zusammen mit seiner Familie von den chinesischen Behörden entführt und ist seither „verschwunden“. Es ist davon auszugehen, dass der Panchen Lama immer noch an einem unbekannten Ort festgehalten wird. Die International Campaign for Tibet fordert Peking auf, Gedhun Choekyi Nyima endlich freizulassen und ihm zu gestatten, sich frei zu bewegen. Der Panchen Lama selbst solle frei entscheiden, wie er sein Leben führen wolle.

Verschwindenlassen“ als Teil von Pekings Strategie

Das „Verschwindenlassen“ des Panchen Lama im Kindesalter ist Teil von Pekings Versuch, den tibetischen Buddhismus unter staatliche Kontrolle zu bringen. Kurz nach der Entführung Gedhun Choekyi Nyimas präsentierte die chinesische Führung im Jahr 1995 einen weiteren kleinen Jungen namens Gyaltsen Norbu als Ersatz für den Panchen Lama. Dieser „chinesische Panchen Lama“ fungiert seither als Pekings Feigenblatt und wird gerne bei offiziellen Anlässen wie den Sitzungen des Nationalen Volkskongresses als treuer Unterstützer der Staats- und Parteiführung vorgeführt. Besondere Bedeutung erlangt dieser Schachzug, weil der Panchen Lama und der Dalai Lama historisch betrachtet eine wichtige Rolle in der wechselseitigen Anerkennung der Reinkarnation des anderen gespielt haben. Offenkundig soll der „chinesische Panchen Lama“ Pekings Trumpfkarte in der Frage der Nachfolge des gegenwärtigen Dalai Lama spielen, der im nordindischen Dharamsala vor dem Zugriff der chinesischen Machthaber sicher ist. Allerdings hat der Dalai Lama bereits mehrfach betont, dass seine nächste Reinkarnation wahrscheinlich außerhalb des chinesischen Machtbereichs, möglicherweise in Indien, gefunden werden könnte.

Eklatante Verletzung der Religionsfreiheit in Tibet

Ungeachtet dessen verlangte im März ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums, die Bestimmung des nächsten Dalai Lama habe „im Einklang mit chinesischen Gesetzen und Vorschriften“ zu erfolgen. Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet handelt es sich dabei um einen absurd anmutenden Anspruch. Nicht nur, weil er von einem Vertreter eines offiziell atheistischen Regimes vorgetragen wurde, sondern auch deshalb, weil es sich dabei um einen eklatanten Eingriff in die freie Religionsausübung der tibetischen Buddhisten handelt. Weitere Informationen zum Panchen Lama finden Sie auf unserer Webseite.

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