Berlin, 21.02.2022. Am Internationalen Tag der Muttersprache erinnert die International Campaign for Tibet (ICT) an die immer stärkere Bedrohung der tibetischen Sprache und Kultur durch die sogenannte „Sinisierungspolitik“ der Kommunistischen Partei (KP) Chinas. Unter anderem versucht die chinesische Führung mit einem flächendeckenden Internatssystem, tibetische Kinder bewusst von ihrer Muttersprache und damit von ihrer Herkunftskultur zu entfremden. So werden einem Bericht des „Tibet Action Institute“ zufolge derzeit etwa 800.000 tibetische Kinder von den chinesischen Behörden gezwungen, bereits in jungem Alter ihre Familie und ihr Zuhause zu verlassen, so dass rund 78 Prozent aller tibetischen Schüler unter 18 Jahren in den besagten Internatsschulen leben müssen. Dort finde der mit intensiver politischer Indoktrination verbundene Unterricht fast ausschließlich auf Chinesisch statt.

„Die Sinisierunspolitik der KP Chinas hat das Ziel, die tibetische Kultur zu assimilieren. Das ist aus unserer Sicht ein systematischer Angriff auf Tibets Sprache und Kultur. Deshalb darf die internationale Gemeinschaft das drohende Aus für die tibetischen Kultur nicht länger ignorieren“, so ICT-Geschäftsführer Kai Müller.

Weitere Elemente der Sinisierungspolitik sind das umfassende Verbot von Tibetisch-Kursen in den Schulferien sowie die zum Teil gewaltsame Schließung tibetischer Privat- und Klosterschulen durch die chinesischen Behörden. Damit geht die chinesische Führung auch gezielt gegen die tibetisch-buddhistische Klosterkultur vor, die traditionell das Zentrum tibetischer Wissensvermittlung ist.

„In Tibet ist es seit Jahrhunderten in vielen Familien Brauch, ein Kind zur Ausbildung in ein Kloster zu geben. Dort erwerben diese Kinder nicht nur umfassende Kenntnisse der tibetischen Sprache und des tibetischen Buddhismus, sondern auch eine gute weltliche Bildung. Wenn die chinesischen Behörden es Minderjährigen verbieten, eine Mönchsausbildung zu absolvieren, legen sie auch hier die Axt an eine Hauptwurzel der tibetischen Kultur“, so Kai Müller weiter.

Ebenso werden immer wieder tibetische Gelehrte und Schriftsteller von den chinesischen Behörden festgenommen, die sich besonders für den Erhalt der tibetischen Sprache und Kultur einsetzen, wie zum Beispiel der tibetische Autor Go Sherab Gyatso.

Pressekontakt:

Kai Müller
Geschäftsführer
Tel.: +49 (0) 30 27 87 90 86
E-Mail: presse(at)savetibet.de
Twitter: @savetibet

International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
10435 Berlin
www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 

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