Zwangsmaßnahme
zielt auf «Sinisierung»
des religiösen Bereichs

 

Quelle: zqx.gov.cn

Die kommunistischen Machthaber in Tibet verschärfen weiter ihren Kurs im Hinblick auf den tibetischen Buddhismus. So verkündete in der vergangenen Woche ein hochrangiger Parteifunktionär den Beginn einer dreimonatigen „Umerziehungs“-Kampagne im religiösen Bereich der nordosttibetischen Präfektur Ganlho. Hauptbetroffene dürften die tibetisch-buddhistischen Klöster in der Region sein.

Den chinesischen Propagandamedien zufolge nutzte He Moubao, als KP-Sekretär Pekings wichtigster Mann in Ganlho, dazu ein Treffen von Spitzenfunktionären (Foto). Während das Hauptaugenmerk der Berichte dabei auf Hes Rede lag, wurde auch aus der Ansprache von Wang Yuzhen zitiert, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Vereinigten Arbeitsfront der Kommunistischen Partei der Provinz Gansu. Welche Bedeutung die chinesischen Machthaber dem Treffen einräumten, geht daraus hervor, dass es offenbar per Video auf Kreis- und Stadtebene übertragen wurde.

KP will von Tibetern die komplette Unterwerfung unter die Parteidiktatur

In typischem KP-Sprech bezeichnete He Moubao die dreimonatige „Umerziehungs“-Kampagne mit dem verschleiernden Ausdruck „Lern-und Bildungsaktivitäten“. Als Ziel der Kampagne nannte der KP-Sekretär von Ganlho die Schaffung der sogenannten „Drei Bewusstseins“ bei Mönchen und buddhistischen Laien. Dahinter verbergen sich in der Diktion der Partei „nationales Bewusstsein“, „staatsbürgerliches Bewusstsein“ und – besonders bizarr anmutend – „Rechtsstaatsbewusstsein“.

Die „Drei Bewusstseins“ sind anschauliche Beispiele für Pekings „Neusprech“, wie George Orwell einst die gezielt betriebene Sprachmanipulation durch staatliche Machthaber bezeichnete. Mit ihnen verlangen die kommunistischen Machthaber von den Tibetern letztlich nichts anderes als die komplette Unterwerfung unter die Parteidiktatur.

Im Rahmen des „nationalen Bewusstseins“ sollen sie sich etwa als Chinesen verstehen und ihre tibetische Identität aufgeben. Vor allem aber sollen sie – so die Vorstellung der Machthaber – die absolute Herrschaft der Kommunistischen Partei akzeptieren und letztlich sogar gutheißen. Konkret zielt die „Umerziehungs“-Kampagne in den Worten von He Moubao denn auch auf nichts Geringeres als „Harmonie und Stabilität im Bereich der Religion“.

Pekings „Sinisierungspolitik“ richtet sich ebenfalls gegen die tibetische Sprache

Ganlhos KP-Sekretär, war bereits in der Vergangenheit mit ähnlichen Äußerungen aufgefallen. Anlässlich eines „Besuchs“ in einem Kloster im Kreis Xiahe betonte He Moubao, die Mönche seien verpflichtet, sich „von Xi Jinpings Gedanken des Sozialismus mit chinesischen Merkmalen in der neuen Ära leiten zu lassen“.

Bereits vor zwei Monaten hatte KP Sekretär He Moubao (Mi.) anlässlich eines „Besuchs“ in einem Kloster verlangt, die Mönche müssten den tibetischen Buddhismus „sinisieren“. (Quelle: gnzrmzf.gov.cn)

Unter einem Porträt von Machthaber Xi Jinping sitzend erklärte der KP Sekretär der Präfektur Ganlho, die Mönche müssten „die gesunde Entwicklung des tibetischen Buddhismus in Richtung Sinisierung“ vorantreiben. Es sei ihre Aufgabe, so He Moubao, „die Verbreitung der gemeinsamen Landessprache und des Schriftsystems in vollem Umfang voranzutreiben“.

Offenkundig will die chinesische KP ausgerechnet die tibetischen Klöster als Werkzeuge nutzen, um in Tibet eine Vorherrschaft des Chinesischen zu erreichen. Diese Entwicklung aber würde zwangsläufig zu Lasten der tibetischen Sprache gehen.

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