Tibet-Politik

Pressemitteilung: Die Suche nach dem verlorenen Kind

27. Mai 2003

Berlin – Panchen Lama -Ausstellung auf dem Kirchentag / Unterschriftenaktion anlässlich des Dalai Lama-Besuchs

Anlässlich des Dalai Lama-Besuchs auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin zeigt die International Campaign for Tibet – Deutschland (ICT) eine große Tibet-Ausstellung. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Panchen Lama, das zweithöchste geistliche Oberhaupt der Tibeter. Der Panchen Lama wurde 1995 im Alter von sechs Jahren zusammen mit seinen Familienangehörigen von der chinesischen Regierung verschleppt. Seitdem fehlt jede Spur von ihm. Die 120 qm große Fotoausstellung mit ihren 38 Exponaten dokumentiert, warum die Internierung des Panchen Lama so weitreichende Konsequenzen für das tibetische Volk und den tibetischen Buddhismus hat. In diesem Zusammenhang sammelt ICT-D bei den Kirchentagsbesuchern Unterschriften für die Glaubens- und Gewissensfreiheit des tibetischen Volkes.

„Diese Unterschriften wollen wir dem Dalai Lama überreichen, um ihm und seinem Volk unsere Solidarität zu bekunden", sagte Dr. Gudrun Henne, Geschäftsführerin von International Campaign for Tibet Deutschland (ICT).

„Seit acht Jahren ist der Panchen Lama verschwunden", sagte Dechen Pemba, Kampagnenkoordinatorin der ICT. „Wir wollen mit dieser Ausstellung erklären, warum der Panchen Lama für Tibet so wichtig ist. Es ist der Auftakt einer bundesweiten Kampagne, die wir im Sommer starten", fügte sie hinzu.

Die Ausstellung „Nichts bleibt unversucht" wird auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin vom 29. bis 31. Mai 2003 täglich von 10 – 18 Uhr (Halle 5.2, F.33) gezeigt.

Am 14. Mai 1995 hatte der Dalai Lama den Jungen Gedhun Choekyi Nyima als die Wiedergeburt des Panchen Lama erkannt. Wenige Tage später war er zusammen mit seiner Familie von den chinesischen Behörden entführt worden. Anschließend erklärte die chinesische Regierung einen anderen Jungen zum Panchen Lama. Damit sollte die Reinkarnationslinie unterbrochen, der tibetische Buddhismus und die Identität der Tibeter zerstört werden. Das Schicksal von Gedhun Choekyi Nyima, einem der jüngsten politischen Gefangenen der Welt, ist kein Einzelfall. So wurde der in Tibet sehr bekannte Geistliche, Lama Tenzin Delek Rinpoche, im Dezember 2002 zum Tode verurteilt. Die Vollstreckung wurde für zwei Jahre aufgeschoben.

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