International Campaign for Tibet
 

Pressemitteilung: Proteste gegen Sprachenpolitik auch in Peking / International Campaign for Tibet veröffentlicht neuen Bericht / ICT: „Chinas Sprachenpolitik behindert Lösung der Tibetfrage“

Berlin, 25. Oktober 2010. Die Massenproteste tibetischer Schüler in der chinesischen Provinz Qinghai, die am 19. Oktober begannen, haben sich am vergangenen Freitag (22. Oktober 2010) auf weitere Orte ausgeweitet. Pressemeldungen zufolge erfassten die Demonstrationen nach dem Kreis Rebkong (chin.: Tongren) nun auch die benachbarten Präfekturen Tsolho (chin.: Hainan) und Golog (chin.: Guoluo). Laut den Berichten sollen an den friedlichen Protestmärschen insgesamt mehrere Tausend Schüler beteiligt gewesen sein. In Sprechchören forderten die jungen Tibeter, ein Ende der Verdrängung des Tibetischen aus dem Schulunterricht. Eine Zusammenfassung der Ereignisse liefert ein neuer Bericht der International Campaign for Tibet, der am 22. Oktober in englischer Sprache unter dem Titel „Protests by students against downgrading of Tibetan language spread to Beijing“ veröffentlicht wurde. Der Bericht kann hier eingesehen werden. Der Bericht ist ferner dieser E-Mail angehängt.

Am 22. Oktober haben die Proteste Berichten zufolge erstmals auch die chinesische Hauptstadt Peking erreicht. An der dortigen Minzu-Universität sollen sich 400 Studenten den Forderungen der Schüler in Tibet angeschlossen haben. Fotos davon sind unmittelbar danach auf der englischsprachigen Internetseite „High Peaks Pure Earth“ veröffentlicht worden. Anlass für die Proteste sind die von der Provinzverwaltung in Qinghai eingeräumten Pläne einer neuen Bildungspolitik, die den „Unterricht in tibetischer Sprache einschränken“ soll, wie CNN meldete.

Die International Campaign for Tibet (ICT) ruft aus Anlass der Proteste in Erinnerung, dass die Behandlung des Tibetischen nicht zufällig der erste von insgesamt elf Verhandlungspunkten war, die im „Memorandum über echte Autonomie für das tibetische Volk“ aufgeführt sind, das die Gesandten des Dalai Lama ihren chinesischen Gesprächspartnern im Rahmen der sino-tibetischen Gespräche im Jahr 2008 präsentiert haben. Die Gesandten bezeichneten damals „Sprache als das wichtigste Attribut der Identität des tibetischen Volkes“.

ICT-Geschäftsführer Kai Müller unterstrich: „Der Stellenwert ihrer Sprache ist für die Tibeter kaum zu überschätzen. Eine Lösung der Tibetfrage ist nicht vorstellbar, wenn gleichzeitig dieses zentrale Element der tibetischen Identität missachtet wird. Chinas Sprachenpolitik behindert die Lösung der Tibetfrage.“


Kontakt:

Kai Müller
Geschäftsführer / Executive Director
International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
10435 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 27879086
Fax: +49 (0) 30 27879087
E-Mail: presse(at)savetibet.de

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