Der Dalai Lama kommt!

Nur wenige Tage nach seinem 80. Geburtstag kommt der Dalai Lama nach Deutschland. Am 12. Juli wird er bei freiem Eintritt im Wiesbadener Kurpark auftreten. Die Veranstaltung steht unter dem Motto "80 Jahre Mitgefühl – Herzlichen Glückwunsch, Dalai Lama!". Der Zugang zum Veranstaltungsgelände soll von 10:00 Uhr an möglich sein. Das Vorprogramm beginnt um 12:00 Uhr, Höhepunkt ist eine Ansprache des Dalai Lama, das Ende ist für 15:30 Uhr vorgesehen. Weitere Details finden Sie auf der Webseite des einladenden Vereins "Freunde für einen Freund". Auch wenn kein Eintritt erhoben wird, betonen die Veranstalter doch, dass "eine finanzielle Unterstützung im Vorfeld sehr gerne gesehen" werde. Am Rande der Veranstaltung wird es im Kurpark auch eine Reihe von Ständen geben. Darunter auch einer der ICT, vielleicht sehen wir uns ja in Wiesbaden.
Bereits zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2005 war der Dalai Lama in Wiesbaden von mehreren tausend Menschen gefeiert worden. Zuletzt hatte er Hessen im vergangenen Mai besucht. Erstmalig wird das geistliche Oberhaupt der Tibeter auch offiziell im Frankfurter Römer empfangen, dem „Allerheiligsten der Stadt“, wie die Presse schrieb. Auf China werde dabei „keine Rücksicht genommen", hieß es etwa in der "Frankfurter Rundschau". Der für den 13. Juli geplante Empfang markiere einen Kurswechsel der hessischen Metropole, so die Zeitung weiter: "Bisher waren die Auftritte des Dalai Lama in Frankfurt eine eher verdruckste Angelegenheit – mit Rücksicht auf die Kontakte zur Volksrepublik China, für die Seine Heiligkeit das Feindbild par excellence ist."

Kein Olympia 2022 in Peking!

„Keine Belohnung für Chinas Unterdrückungspolitik – keine Olympischen Spiele 2022 für Beijing!“
So lautet die Überschrift einer Petition an die Adresse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), das am 31. Juli über den Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2022 entscheiden wird. Auf den Weg gebracht wurde die Petition von ITN, dem International Tibet Network, zu dessen Mitgliedern auch die ICT zählt.
Im Begründungstext der Petition heißt es: „Als die Olympischen Sommerspiele 2008 an Beijing vergeben wurden, rechtfertigten die Mitglieder des IOC ihre Entscheidung mit der Behauptung, diese würden entscheidend dazu beitragen, die Menschenrechtssituation in China und Tibet zu verbessern. Diese Behauptung hat sich jedoch als absolut falsch erwiesen. Seit 2008 hat China seine repressiven Maßnahmen gegen die Freiheits- und Menschenrechte massiv verstärkt. In Tibet leben die Menschen in ständiger Angst – vor willkürlicher Verhaftung, Misshandlung und Folter. Schon der Besitz eines Dalai Lama-Bildes oder ein friedlicher Protest kann zu schweren Bestrafungen führen.“ Die chinesische Regierung habe auf die Proteste gegen ihre Politik stets mit Gewalt reagiert. Eine Vergabe der Wintersiele 2022 an Peking bestärke die chinesische Führung „in dem Bewusstsein, dass Menschenrechtsverletzungen auf der Weltbühne kein Problem“ darstellten. Bei der Vergabe der Spiele dürfe das IOC jedoch „Chinas katastrophale Menschenrechtspolitik nicht als einen kleinen, unwesentlichen Faktor in ihrem Entscheidungsprozess abtun“, so der Text der Petition. Wenn auch Sie der Meinung sind, dass ein Land, das die Menschenrechte mit Füssen tritt, die Olympischen Spiele nicht verdient“ hat, sollten auch Sie die ITN-Petition unterstützen.

Erneute Selbstverbrennungen

Im vergangenen Monat haben sich in Tibet innerhalb einer Woche erneut zwei Tibeter selbst angezündet. Zunächst hatte sich am 20. Mai der Tibeter Tenzin Gyatso im osttibetischen Tawu selbst in Brand gesetzt. Tenzin Gyatso wählte als Ort seiner Selbstverbrennung einen Platz unmittelbar vor den staatlichen Verwaltungsgebäuden der Ortschaft. In diesen habe, so Quellen vor Ort, „politische Erziehung“ stattgefunden, Beobachter gehen davon aus, dass es hier einen inhaltlichen Zusammenhang gegeben habe. Nur eine Woche später, am 27. Mai, zündete sich dann die 36-jährige Tibeterin Sangye Tso in einer Ortschaft im nordosttibetischen Kreis Chone (chin.: Zhuoni) selbst an. Chone liegt in der Autonomen Tibetischen Präfektur Kanlho (chin.: Gannan), die verwaltungsmäßig der Provinz Gansu zugerechnet wird. Auch Sangye Tso wählte für ihre Selbstanzündung einen Ort in der Nähe der örtlichen Partei- und Verwaltungsgebäude. Während davon ausgegangen wird, dass die Mutter von zwei Kindern an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben ist, ist der Zustand Tenzin Gyatsos unklar. Gyatso ist Vater von vier Kindern. Damit stieg die Zahl der Selbstverbrennungen in Tibet und China seit Februar 2009 auf 141. Weitere Einzelheiten können Sie einer aktuellen Mitteilung der ICT entnehmen.

Panchen Lama: seit 20 Jahren „verschwunden“

Am 17. Mai 1995 wurde der damals sechsjährige Gedhun Choekyi Nyima von chinesischen Behörden entführt. Kurz zuvor hatte der Dalai Lama den jungen Tibeter als 11. Panchen Lama, als einen der höchsten buddhistischen Würdenträger, anerkannt. Seit diesem Tag ist Gedhun Choekyi Nyima nicht mehr gesehen worden. Weder kennt man seinen Aufenthaltsort, noch weiß man, wie es ihm geht. Anlässlich des 20. Jahrestags seines „Verschwindens“ forderte die International Campaign for Tibet von der chinesischen Regierung, endlich freien Zugang zum 11. Panchen Lama zu gewähren. Auch Sie können sich dieser Forderung anschließen. Eine Unterschriftenliste zum Ausdrucken finden Sie hier. Wir können Ihnen die Unterschriftenlisten auch zusenden, wenn Sie dies wünschen. Schicken Sie einfach eine E-Mail mit Ihrer Postadresse an info(at)savetibet.de. Sie erhalten dann so viele Unterschriftenlisten, wie Sie benötigen. (Eine Liste fasst maximal 6 Unterschriften.) Unsere zentrale Forderung lautet folgendermaßen: "Die ICT setzt sich dafür ein, dass unabhängige Beobachter den jungen Panchen Lama besuchen dürfen, um zu sehen, ob und wie er lebt. Deshalb bitten wir Sie: Setzen Sie sich mit uns ein für das Recht auf kulturelle, politische und religiöse Selbstbestimmung des tibetischen Volkes!" Vielen Dank schon im Voraus all denjenigen, die sich an dieser Aktion beteiligen!
Übrigens haben unsere US-Kollegen unter dem TItel "Tibet’s stolen Child" eine einstündige Dokumentation produziert, die Sie sich als

Immer gut informiert

Nicht alles, was sich in Tibet oder China an Wichtigem ereignet, findet darum auch automatisch Eingang in die deutsche Berichterstattung. Und wo doch, dann häufig eher in einem Zehnzeiler auf Seite 9 als prominent platziert. Wer dennoch den Überblick behalten will, ist darauf angewiesen, selbst zu recherchieren, nicht selten muss er dazu auf die Internetseiten großer englischsprachiger Nachrichten gehen, am besten gleich auf mehrere. Wer sich diese Mühe sparen möchte, muss nur unsere Seite auf Facebook besuchen. Keine Bange: Um die dortigen Inhalte anschauen zu können, müssen Sie sich nicht bei Facebook registrieren. Durchschnittlich mindestens einmal pro Tag posten wir etwas auf Facebook. Häufig mit weiterführenden Links und Hintergrundinformationen. Zu Tibet und den Tibetern, aber etwa auch zur chinesischen Politik. Und auch das Geschehen in Indien und weiteren asiatischen Staaten behalten wir im Blick. Nutzen Sie diesen Service. So sind Sie immer gut informiert. Am besten Sie schauen sich das Ganze einfach mal an.

Irmtraut Wäger: Amala – Mein Leben für Tibet

Unsere Arbeit

Kampagnenarbeit, Hilfsprojekte, politische Arbeit und mehr: Hier finden Sie weitere Informationen über unsere aktive Arbeit für die Menschen in Tibet. Mehr über unsere Arbeit

Tibetische politische Gefangene brauchen unsere Unterstützung!

Seit den landesweiten Protesten im letzten Jahr befinden sich immer noch mehr als 1.200 Tibeter in Haft oder sind „verschwunden“ – und müssen mit großer Wahrscheinlichkeit Folter und Misshandlungen hinnehmen. Der Grund: viele haben auf friedliche Weise gegen die Verhältnisse in Tibet und die Politik Pekings auf dem Hochland protestiert. Grundlegende Rechte werden ihnen damit systematisch vorenthalten.
Die Situation in Tibet ist eine Menschenrechtskrise, die uns alle angeht. Helfen auch Sie wie Schauspieler Hannes Jaenicke bei unserer Kampagne für tibetische Gefangene auf www.missingvoices.net oder sehen Sie ein Statement von Hannes Jaenicke auf unserer Webseite, laden Sie ein eigenes Videostatement hoch oder nehmen Sie an unserer Appellaktion an Staatspräsident Hu Jintao teil!

So können Sie helfen!

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Spende bei unserem Einsatz für die Wahrung der Menschenrechte und die Selbstbestimmung des tibetischen Volkes.
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So können Sie helfen!

Mit 5 € können Malstifte und Zeichenblöcke gekauft werden.
Mit 50 € können 5 warme Decken gegen die Kälte bezahlt werden.
Mit 250 € könnten fünf zusätzliche Betten angeschafft werden.
Internationaler Vorsitzender ist der bekannte Schauspieler Richard Gere (Foto). Er setzt sich bereits seit vielen Jahren aktiv für die Freiheit und die Selbstbestimmung Tibets ein.

ICT – News April 2009 Chinesisches Gericht verhängt Todesstrafe gegen Tibeter

Am 8. April hat das Mittlere Volksgericht in Lhasa zwei Tibeter zum Tode verurteilt. Ihnen wird vorgeworfen, Geschäfte von Han-Chinesen in Brand gesetzt zu haben und dadurch den Tod mehrerer Menschen verursacht zu haben. Es handelt sich dabei um die ersten Todesurteile im Zusammenhang mit den Unruhen in Lhasa vom März 2008. Insgesamt wurden vor dem Mittleren Volksgericht in Lhasa drei Fälle von Brandstiftung verhandelt, die sich einem Bericht der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge alle am 14. März 2008 ereignet haben sollen. Dabei hätten sieben Menschen den Tod gefunden. Zwei Angeklagte, deren Namen von Xinhua mit Losang Gyaltse und Loyar angegeben wurden, erhielten die Todesstrafe, zwei weitere Todesstrafen ergingen mit zweijährigem Aufschub, ein Angeklagter erhielt lebenslänglich. Todesstrafen mit Aufschub können in China bei guter Führung in lebenslange Haft umgewandelt werden. 
Der Meldung zufolge seien zwar alle fünf Angeklagten von Rechtsanwälten vertreten worden. Aus früheren Fällen ist jedoch bekannt, dass eine freie Wahl des Anwalts häufig unmöglich ist. So wurden im vergangenen Jahr 18 engagierte Bürgerrechtsanwälte massiv bedroht, sollten sie ihre Dienste Angeklagten in politisch sensiblen Verfahren anbieten. Generell muss davon ausgegangen werden, dass in solchen Fällen internationale Mindeststandards nicht eingehalten werden. Folter und Einschüchterung der Angeklagten sind an der Tagesordnung, die Gerichte stehen unter hohem Druck, ihre Urteile entsprechend den Erwartungen der politischen Führung zu fällen. ICT fordert die chinesischen Behörden auf, alle Urteile, die gegen Teilnehmer an den Protesten in Tibet vom März 2008 ergangen sind, unter der Teilnahme unabhängiger Beobachter zu überprüfen und in jedem Fall von der Anwendung der Todesstrafe abzusehen. Die Härte der ergangenen Urteile dürfte in keiner Weise geeignet sein zu einer Beruhigung der Lage beizutragen. Die Spannungen in Tibet dürften dadurch im Gegenteil nur noch erhöht werden.
Wenn Sie mehr über unseren weltweiten Einsatz für das tibetische Volk erfahren möchten, sehen Sie das
ICT-Video „20 Years ICT“.

„Tag der Befreiung der Leibeigenen“ provoziert Widerspruch

Mit großem Aufwand inszenierte die chinesische Staatsführung am 28. März in Lhasa die Feierlichkeiten zum „Tag der Befreiung der Leibeigenen“ in Tibet. Tatsächlich aber markiert das Datum den 50. Jahrestag der Niederschlagung des tibetischen Volksaufstands. Damit begann die Phase der direkten Herrschaft Pekings über Tibet. Am 28. März verkündete der chinesische Ministerpräsident Zhou Enlai die Auflösung der tibetischen Regionalregierung. Dies bedeutete das vorläufige Ende des tibetischen Volksaufstands, der am 10. März begonnen hatte. In seinem Verlauf verloren mehrere zehntausend Tibeter ihr Leben, der Dalai Lama musste – begleitet von zahlreichen Flüchtlingen – seine Heimat verlassen und lebt seither im indischen Exil. Der neue Feiertag muss als Reaktion auf die massiven Proteste im März 2008 gesehen werden. Diese machten aller Welt deutlich, dass die chinesische Herrschaft von den Tibetern keineswegs als Befreiung empfunden wird. Mit massiver Propaganda soll nun der große Fortschritt gewürdigt werden, den China angeblich nach Tibet gebracht hat. Vor allem der chinesischen Öffentlichkeit gegenüber wird deshalb betont, wie unsagbar rückständig die gesellschaftlichen Verhältnisse in Tibet gewesen seien. Dabei wird vom Dalai Lama keineswegs bestritten, dass Tibet vor 1959 eine äußerst arme Gesellschaft war und dass es große Ungerechtigkeiten gab. Klar ist, dass der Dalai Lama längst schon Reformen eingeleitet hatte und Tibet auch ohne chinesische Herrschaft seinen eigenen Weg der Modernisierung gegangen wäre. Insofern ist der „Tag der Befreiung der Leibeigenen“ eine Provokation für die tibetische Bevölkerung und ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die an einer Entspannung der Lage interessiert sind.

Missing Voices – prominente Unterstützer jetzt online

Neue prominente Unterstützer auf der neuen ICT-Webseite für politische Gefangene: Burkhardt Müller-Sönksen (FDP), Obmann im Menschenrechtsausschuss des Deutschen Bundestages, Thomas Mann (CDU), Präsident der Tibet-Intergroup im Europäischen Parlament, jetzt mit Statements auf www.missingvoices.net. Machen Sie mit: auch Sie können uns Ihr Video zuschicken und damit den vielen inhaftierten Tibetern symbolisch eine Stimme verleihen! Vielen Dank!