Schlagwortarchiv für: Propaganda

Löbliche Kehrtwende: Süddeutsche Zeitung verzichtet auf chinesische Propagandabeilage

16 Mai
16. Mai 2018

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt hat sich die Süddeutsche Zeitung allem Anschein nach dazu entschlossen, keine weiteren Beilagen des chinesischen KP-Blattes „China Daily“ mehr zu verbreiten. Die Nachricht von der Einstellung der – mutmaßlich äußerst lukrativen – Geschäftsbeziehung fand sich gut versteckt in einem Seite 3-Artikel des China-Korrespondenten der SZ, in dem es hieß, bei der Schaltung der „China Watch“-Beilage habe es sich um eine einmalige Angelegenheit gehandelt. Noch im November 2017 hatte das ganz anders geklungen. In Reaktion auf unsere Kritik hatte die Geschäftsleitung in einer E-Mail-Nachricht an ICT schriftlich ihre Absicht erklärt, die Beilage zukünftig „zweimonatlich“ zusammen mit ihrer Druckausgabe zu verbreiten. Somit wären in diesem Jahr mindestens zwei weitere Ausgaben von „China Watch“ fällig gewesen, hätte man sich bei der SZ nicht offensichtlich eines Besseren besonnen.

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Im Dienste der Partei: Warum die Stadt Trier mit der Annahme eines Geschenks aus Peking einen großen Fehler begeht

04 Mai
4. Mai 2018

„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“ So lautet eines der wohl bekanntesten Zitate von Karl Marx. Die Kommunistische Partei Chinas schickt sich gerade an, beides zu tun, die Welt zu interpretieren und sie zugleich in ihrem Sinne zu verändern. Die Stadt Trier hat sich nun in die Reihe ihrer willigen Helfer eingereiht, auch wenn das im Moment dort nicht jedem klar zu sein scheint.

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Süddeutsche Zeitung riskiert ihre Glaubwürdigkeit

25 Nov
25. November 2017

Etwas mehr als eine Woche ist es her, dass wir uns mit der Beilagenschaltung durch das chinesische Staatsblatt China Daily in der Süddeutschen Zeitung befasst haben. Inzwischen hat die Geschäftsführung der Süddeutschen Zeitung auf unser Schreiben geantwortet. Der Inhalt ist so erwartbar wie enttäuschend: die Süddeutsche Zeitung werde weiter Beilagen von China Daily schalten. Redaktion und Werbung seien bei der Süddeutschen Zeitung getrennt. Grund für Sorge um die kritische Berichterstattung aus China gebe es nicht.

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„Chinesische U-Boote“ an deutschen Universitäten

26 Apr
26. April 2017

Keine guten Nachrichten aus Bonn: An der dortigen Universität soll am Donnerstag ein „Konfuzius-Institut“ eröffnet werden. Wie in anderen Fällen auch wird das Institut nicht von der Bonner Uni direkt betrieben. Als Träger tritt ein Verein auf, „in dessen Vorstand sowohl chinesische als auch Bonner Wissenschaftler sitzen“, wie der Bonner „Generalanzeiger“ schreibt. Federführend auf chinesischer Seite ist das „Büro für chinesische Sprachausbildung (Hanban)“, das der Zentralen Propaganda-Abteilung der Chinesischen Kommunistischen Partei untersteht. Dies hindert den Vorsitzenden des Trägervereins, den Sinologieprofessor Ralph Kauz, indes nicht an verharmlosenden Vergleichen, etwa mit der Konrad-Adenauer-Stiftung. Man könne am neuen Institut „über alles reden“, wird Kauz im „Generalanzeiger“ zitiert. Doch genau das ist fraglich. Denn nicht umsonst bezeichnete der ehemalige Propagandachef der Kommunistischen Partei Chinas, Li Changchun, die Konfuzius-Institute als „wichtigen Teil der chinesischen Übersee-Propaganda“. Und die kommt häufig in harmlosem Gewand daher, als „Abkehr vom Politischen und Hinwendung zu rein kulturellen Themen“, wie die Zeitung „Die Welt“ schrieb.

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Die Internationale der Desinformation

24 Feb
24. Februar 2016

Interessante Parallelen zwischen China und Russland ergeben sich, wenn man einen genauen Blick auf die in beiden Ländern staatlich gelenkte Medienpropaganda wirft. So erwartet jeden, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Tibetfrage und den Menschenrechten in China befasst hat, ein besonderes Déjà-Vu-Erlebnis bei der Lektüre eines Artikels des russischen Medienaktivisten Alexej Kowaljow auf seinem Blog „Noodleremover“. Unter dem Titel „Die für den Westen sprechen“ (hier in der Übersetzung von „Dekoder“) schreibt Kowaljow über die Rolle von Verschwörungstheoretikern und Obskuranten aus dem Westen. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die immer gleichen Darsteller der Propagandainszenierung der russischen Staatsmedien. Hervorzuheben sind hier vor allem der kanadische Wirtschaftsprofessor Michel Chossudowsky mit seiner Webseite „Global Research“ und der vermeintliche Politik-Experte William F. Engdahl. Kowaljow schreibt recht ausführlich über die fragwürdigen Verbindungen dieser Personen zum Eurasien-Ideologen Dugin und anderen rechtslastig-autoritären Kreisen.

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