Tibet-Politik

Aktuell: ‘Angst und Freude’ in Lhasa – chinesische Behörden gehen gegen Feierlichkeiten in Tibet vor
24. Oktober 2007
Trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen und Verboten in Lhasa und vor allem in Osttibet haben Tibeter in ganz Tibet am 17. Oktober der Verleihung der Congressional Gold Medal an den Dalai Lama gedacht, berichtet die International Campaign for Tibet in einem Kurzbericht vom 23. Oktober 2007.
Bewaffnete Sicherheitskräfte haben das Kloster Drepung, eines der größten Klöster in Lhasa, abgesperrt und umstellt, nachdem sie zuvor friedliche Feierlichkeiten von Mönchen des Klosters unterbunden hatten. Berichten zufolge befinden sich mehrere hundert Mönche und Pilger auf dem Klostergelände. Die in Hong Kong erscheinende Tageszeitung „Ming Pao“ hatte zuvor von „gewaltsamen Zusammenstößen“ im Kloster Drepung berichtet, was gegenwärtig nicht bestätigt werden kann.
Ein weiteres wichtiges Kloster in der Hauptstadt Tibets, das Kloster Nechung, wurde augenscheinlich geschlossen. Berichten zufolge wurden in Lhasa zudem vermehrt bewaffnete Polizeieinheiten zusammengezogen und mehrere Kontrollpunkte an großen Ausfallsstraßen eingerichtet. Ferner sei eine behördliche Anordnung ergangen, derzufolge die Durchführung von religiösen oder anderen Feierlichkeiten verboten sei. In Zusammenhang mit der Eröffnung des 17. Parteitages der Kommunistischen Partei Chinas am 15. Oktober sei Beamten und Regierungsangehörigen ferner der Besuch von Tempeln untersagt worden.
Mehrere Tibeter in der tibetischen Stadt Labrang wurden vorübergehend festgenommen und Berichten zufolge wieder freigelassen, nachdem Mönche des Klosters in Labrang der Verleihung der Congressional Gold Medal mit Gebeten und Feuerwerk gedacht hatten. Bewaffnete Polizeieinheiten waren gegen das Abbrennen von Feuerwerk eingeschritten und haben in der Folge das Kloster umstellt. Augenzeugen zufolge kam es zu Auseinandersetzungen mit Mönchen und anderen Tibetern. Es ist nicht bekannt, ob dabei Personen verletzt worden sind.
Anderen Berichten zufolge wurden in manchen Gegenden Internet-Cafes geschlossen und zwei bekannte tibetische Internetseiten, die sich mit tibetischer Sprache und Literatur befassen, abgeschaltet, wobei eine dieser Internetseiten bereits am 15. Oktober zur Eröffnung des 17. Parteitages der Kommunistischen Partei Chinas nicht mehr erreichbar gewesen war.
Der Sender „Voice of America“ hatte die Verleihung der Congressional Gold Medal live per Radio, Fernsehen und im Internet übertragen. Es ist unklar, wie viele Tibeter den Übertragungen folgen konnten, da die chinesischen Behörden vor allem in größeren Städten und Gemeinden Störsender einsetzen, um den Empfang missliebiger Übertragungen zu verhindern. Augenscheinlich hatten die Behörden in der tibetischen Region Amdo schon vor der Übertragung damit begonnen, weiträumig Satellitenempfänger zu konfiszieren.
Der Dalai Lama hatte am 17. Oktober in Washington die höchste Ehrung des US-Kongresses für Zivilpersonen, die Congressional Gold Medal aus den Händen von Präsident George W. Bush und der Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi erhalten. China hatte gegen die Ehrung scharf protestiert und eine Absage der Feierlichkeiten in Washington verlangt.
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