Pressemitteilung: Weitere Selbstverbrennung in Tibet am dritten Tag des Neujahrsfests / Zahl der Selbstanzündungen von Tibetern in der Volksrepublik China steigt auf 101 / Tod nach Selbstverbrennung in Nepal
Berlin, 15. Februar 2013. Ein junger tibetischer Familienvater hat sich am Mittwoch, 13. Februar, im osttibetischen Amchok selbst in Brand gesetzt und ist an seinen Verletzungen verstorben, wie exiltibetische Quellen und der tibetische Dienst von Radio Free Asia übereinstimmend berichten. Drukpa Khar soll sich mit Benzin übergossen und angezündet haben. Er war in seinen Zwanzigern und hinterlässt drei Kinder, die zwischen einem und sechs Jahren alt sind. Der Ort des Geschehens, Amchok, liegt im Landkreis Sangchu (chin.: Xiahe) in der zur Provinz Gansu zählenden Tibetisch Autonomen Präfektur Kanlho (chin.: Gannan). Die Selbstverbrennung Drugpa Khars fand statt am dritten Tag des tibetischen Neujahrsfests Losar, das von den Tibetern traditionellerweise gemeinsam mit Freunden und Verwandten begangen wird. In diesem Jahr, wie auch schon in den vergangenen vier Jahren seit der blutigen Niederschlagung der Proteste in Tibet im März 2008 und der anschließenden Verschärfung der Repression, verzichten die meisten Tibeter auf große Feierlichkeiten. Stattdessen beginnen sie das neue Jahr mit Gebeten und stillem Gedenken.
Drugpa Khars Selbstverbrennung ist die 101. in der Volksrepublik China seit Beginn der Serie im Februar 2009. Zudem haben sich in diesem Zeitraum sechs weitere Selbstanzündungen von Tibetern im Exil ereignet, vier davon in Indien, zwei in Nepal, so zuletzt diejenige des 25-jährigen Mönchs Drongchen Tsering (oder auch Drongtse), der sich ebenfalls am 13. Februar in der Hauptstadt Nepals, Kathmandu, in Brand gesetzt hatte. Inzwischen wurde bekannt, dass er seinen Verletzungen erlegen ist. Die Selbstverbrennung fand neben der Boudha Stupa statt, einer der bedeutendsten buddhistischen Pilgerstätten Nepals. Drongchen Tsering soll exiltibetischen Quellen zufolge erst kurze Zeit zuvor aus Tibet nach Nepal eingereist sein.
Wie erst mit mehr als einer Woche Verspätung bekannt geworden war, hatte sich bereits am 3. Februar die einhundertste Selbstverbrennung in Tibet und China ereignet. Lobsang Namgyal, ein Mönch des Klosters Kirti im osttibetischen Ngaba, hatte sich im benachbarten Landkreis Dzorge (chin.: Ruergai/Zoige) vor dem örtlichen Gebäude des Büros für öffentliche Sicherheit (PSB) selbst in Brand gesetzt und dabei laut gerufen: „Lang lebe Seine Heiligkeit der Dalai Lama!“ Wie die Mönche des nordindischen Schwesterklosters Kirti in Nordindien, die über direkte Verbindungen nach Tibet verfügen, berichten, war Lobsang Namgyal im September 2012 für zwei Wochen plötzlich „verschwunden“. Später stellte sich heraus, dass er von der Polizei des Landkreises Ngaba verhaftet worden war. Offenbar war Lobsang Namgyal dabei unter Druck gesetzt worden, seinen Mönchsstatus aufzugeben, woraufhin er das Kloster verlassen musste. Auch als er sich anschließend zu Verwandten in eine abgelegene Nomadenregion zurückzog, habe die Polizei nicht aufgehört, ihn zu drangsalieren. Kurz vor seiner Selbstverbrennung sei Lobsang Namgyal noch einmal in das Kloster Kirti zurückgekehrt. Zum Abschied habe er gesagt, er wolle weggehen, um sich zu „reinigen“.
Einen englischsprachigen ICT-Bericht können Sie hier herunterladen: https://savetibet.de/fileadmin/user_upload/content/berichte/Aktuelle_Berichte/ICT_Bericht_14022013.pdf
Pressekontakt:
Kai Müller
Geschäftsführer
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel, London und Berlin sowie Rechercheteams in Dharamsala, Indien, und Kathmandu, Nepal.
Berlin, 16. März 2011. Der 21 Jahre alte tibetische Mönch Phuntsog aus dem Kloster Kirti in Ngaba (chin.: Aba) in der chinesischen Provinz Sichuan hat sich heute Morgen öffentlich angezündet und ist anschließend seinen Verletzungen erlegen. Augenzeugen in Kontakt mit tibetischen Exil-Quellen zufolge soll die Polizei die Flammen gelöscht und auf Phuntsog eingeschlagen haben. Kurz danach sei der Mönch gestorben. Die Selbstverbrennung Phuntsogs fiel zusammen mit dem dritten Jahrestag der blutigen Niederschlagung des friedlichen Protests im Kloster Kirti im Jahre 2008. Dabei waren mindestens zehn Tibeter von chinesischen Sicherheitskräften erschossen worden.

Der Tod Phuntsogs führte anschließend zu einer großen Demonstration, an der sich mehrere Hundert Mönche und weitere Tibeter beteiligten, wie dieselben Quellen berichten. Diesen Protestzug habe die Polizei gewaltsam gestoppt und dabei eine unbekannte Anzahl von Mönchen verhaftet sowie protestierende Tibeter geschlagen. Der Leichnam Phuntsogs wurde unterdessen ins Kloster Kirti zurückgebracht. Wie ein tibetischer Mönch im nordindischen Dharamsala sagte, seien die Mönche in Kirti „eher bereit zu sterben, als Phuntsogs Leiche den chinesischen Behörden zu übergeben“. Inzwischen soll das Kloster von chinesischem Militär umstellt sein, offenbar seien auch einige Telefonverbindungen unterbrochen worden.

Die Selbstverbrennung Phuntsogs ist bereits die zweite im Kloster Kirti seit dem Frühjahr 2008. Im Februar 2009 hatte sich der Mönch Tapey ebenfalls in Brand gesetzt, nachdem eine Gebetszeremonie innerhalb des Klosters von den chinesischen Behörden untersagt worden war. Tapey überlebte, wurde allerdings anschließend inhaftiert. Wo er derzeit festgehalten wird, ist unbekannt. Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet (ICT) ist der aktuelle Vorfall in hohem Maße erschütternd. Phuntsogs Selbstverbrennung zeige auf drastische Art die Verzweiflung der Tibeter über die kompromisslose Linie Pekings in ihrer Heimat.

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