Pressemitteilung: ICT: Anhaltend schlechte Menschenrechtslage in Tibet / Europa muss gegenüber China mit einer Stimme sprechen

9. Dezember 2011 – Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember weist die International Campaign for Tibet (ICT) auf die anhaltend schlechte Lage der Menschenrechte in Tibet hin. Gerade die Serie von Selbstverbrennungen tibetischer Mönche und Nonnen in diesem Jahr habe dies überaus deutlich gemacht. Seit März 2011 haben sich in Tibet zwölf Mönche und Nonnen aus Protest gegen die Politik Pekings selbst in Brand gesetzt, mindesten sechs von ihnen fanden dabei den Tod. ICT-Geschäftsführer Kai Müller sieht darin einen Ausdruck der tiefen Verzweiflung der Tibeter insbesondere angesichts der anhaltenden Verletzung des Menschenrechts auf freie Religionsausübung: „Hunderte von Polizisten, die in den Klöstern stationiert sind, Überwachung rund um die Uhr, zwangsweise Teilnahme an verharmlosend „patriotische Erziehung“ genannten Sitzungen, auf denen die Mönche gezwungen werden, den Dalai Lama zu diffamieren, dazu Folter, Verschleppung und Misshandlung – all das müssen die tibetischen Mönche und Nonnen seit Jahren erdulden.“
Dieses Vorgehen Chinas finde seine Entsprechung in der Politik Pekings gegenüber anderen Nationalitäten und Religionsgruppen. Angesichts dessen sei eine europäische Politik erforderlich, die sich klar an den Menschenrechten orientiere, so der ICT-Geschäftsführer: „Europa muss klare und unzweideutige Signale an die Adresse Chinas senden. Nötig ist eine robuste und konsistente Menschenrechtspolitik gegenüber der Volksrepublik China.“ Wichtig sei, dass die europäischen Regierungen aufhörten, sich von Peking gegeneinander ausspielen zu lassen. „China verfährt nach dem Muster von ‚Teile und herrsche‘ und die Europäer erkennen nicht, dass sie dabei automatisch den Kürzeren ziehen. Angesichts der europäischen Finanzkrise darf man nicht übersehen, dass China auch auf Europa als angewiesen ist, denn es braucht Europa als Absatzmarkt.“ Auch vor diesem Hintergrund müsse Europa sich selbst ernst nehmen und mit geeinter Stimme seine Werte vertreten. „Nur so hat es die Chance, auch von Peking ernst genommen zu werden“, so der Geschäftsführer der International Campaign for Tibet abschließend.

Kontakt:

Kai Müller
Geschäftsführer / Executive Director
International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
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10435 Berlin

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Fax: +49 (0) 30 27879087
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E-Mail: presse(at)savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie Rechercheteams in Dharamsala, Indien, und Kathmandu, Nepal.

Berlin, 16. März 2011. Der 21 Jahre alte tibetische Mönch Phuntsog aus dem Kloster Kirti in Ngaba (chin.: Aba) in der chinesischen Provinz Sichuan hat sich heute Morgen öffentlich angezündet und ist anschließend seinen Verletzungen erlegen. Augenzeugen in Kontakt mit tibetischen Exil-Quellen zufolge soll die Polizei die Flammen gelöscht und auf Phuntsog eingeschlagen haben. Kurz danach sei der Mönch gestorben. Die Selbstverbrennung Phuntsogs fiel zusammen mit dem dritten Jahrestag der blutigen Niederschlagung des friedlichen Protests im Kloster Kirti im Jahre 2008. Dabei waren mindestens zehn Tibeter von chinesischen Sicherheitskräften erschossen worden.

Der Tod Phuntsogs führte anschließend zu einer großen Demonstration, an der sich mehrere Hundert Mönche und weitere Tibeter beteiligten, wie dieselben Quellen berichten. Diesen Protestzug habe die Polizei gewaltsam gestoppt und dabei eine unbekannte Anzahl von Mönchen verhaftet sowie protestierende Tibeter geschlagen. Der Leichnam Phuntsogs wurde unterdessen ins Kloster Kirti zurückgebracht. Wie ein tibetischer Mönch im nordindischen Dharamsala sagte, seien die Mönche in Kirti „eher bereit zu sterben, als Phuntsogs Leiche den chinesischen Behörden zu übergeben“. Inzwischen soll das Kloster von chinesischem Militär umstellt sein, offenbar seien auch einige Telefonverbindungen unterbrochen worden.

Die Selbstverbrennung Phuntsogs ist bereits die zweite im Kloster Kirti seit dem Frühjahr 2008. Im Februar 2009 hatte sich der Mönch Tapey ebenfalls in Brand gesetzt, nachdem eine Gebetszeremonie innerhalb des Klosters von den chinesischen Behörden untersagt worden war. Tapey überlebte, wurde allerdings anschließend inhaftiert. Wo er derzeit festgehalten wird, ist unbekannt. Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet (ICT) ist der aktuelle Vorfall in hohem Maße erschütternd. Phuntsogs Selbstverbrennung zeige auf drastische Art die Verzweiflung der Tibeter über die kompromisslose Linie Pekings in ihrer Heimat.

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