Tibet-Politik

NEPAL: Auslieferung tibetischer Flüchtlinge durch nepalesische Grenzschutzpolizisten

Radio Free Asia
9. Januar 2004
Washington D.C. – Nepal übergibt 21 tibetische Flüchtlinge an China. Chinesische Undercover-Polizisten als Agenten für die nepalesische Grenzpatrouille tätig.
Dem tibetischen Nachrichtendienst von Radio Free Asia zufolge haben Angehörige der nepalesischen Sicherheitskräfte in den letzten Wochen insgesamt 21 tibetische Flüchtlinge, welche bereits die nepalesische Grenze überschritten hatten, an die Chinesen ausgeliefert. Personen, die nicht namentlich genannt werden wollen, berichteten, fünf Tibeter seien am 26. Dezember nach Überquerung der Grenze nahe der nepalesischen Ortschaft Tatopani festgenommen worden. "Ein jeder der fünf Tibeter hatte dem Führer 2000 yuan (US$ 241) gezahlt, wofür ihnen eine sichere Reise nach Kathmandu zugesichert worden war", berichtete ein Tibeter, der in diesem Gebiet tätig ist. "Aber die in Tatopani stationierten Kräfte der königlich-nepalesischen Polizei waren bestochen worden…Sie nahmen die Flüchtlinge in Gewahrsam und übergaben sie am Grenzposten Dram den chinesischen Behörden."
Der Mann erzählte, an derselben Stelle seien am folgenden Tag fünf weitere Flüchtlinge über die Grenze zurückgebracht worden und fügte hinzu, die nepalesische Grenzpolizei sei sich sicher gewesen, daß sie von Agenten auf ihrer Seite der Grenze eine Prämie erhalten würde.
"An den von Touristen frequentierten Orten um Barabisi und in der Umgebung des nepalesischen Immigrationsbüros auf der nepalesischen Seite der Grenze halten sich viele Mitarbeiter der bewaffneten chinesischen Volkspolizei in Zivil auf", berichtete ein anderer Tibeter. "Wenn die chinesischen Polizisten tibetische Flüchtlinge sehen, setzen sie die nepalesischen Beamten unter Druck, damit diese sie ihnen ausliefern. Wenn sie das tun, werden sie mit einer besonderen Flagge ausgezeichnet und erhalten möglicherweise eine finanzielle Belohnung".
Diesem Tibeter zufolge erreichte eine weitere Gruppe von 11 Tibetern die Grenzortschaft Barabisi, wurde dort jedoch ebenfalls den Chinesen übergeben. Damit beträgt die Gesamtzahl der im Dezember an die chinesischen Behörden ausgelieferten Flüchtlinge 21. Die Identität der Flüchtlinge ist nicht bekannt, es liegen auch keine sonstigen persönlichen Angaben vor. Ob die Regierung in Kathmandu von diesen Abschiebungen weiß oder daran beteiligt ist, bleibt unklar. Informanten aus der Gegend meinen, die Grenzpolizei könnte aus eigenem Antrieb gehandelt haben. Es werden häufig Tibeter wegen illegaler Einreise nach Nepal verhaftet. Die meisten von ihnen sind auf dem Weg nach Dharamsala in Nordindien, dem Sitz des Dalai Lama und der tibetischen Regierung-im-Exil.
Im Mai 2003 schob Nepal eine Gruppe von 18 Tibetern ab und übergab sie trotz internationaler Proteste und Appelle der EU, des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge und der tibetischen Regierung-im-Exil an die Chinesen.
Im vergangenen November wurden jedoch neun tibetische Männer, welche vor zwei Jahren die Grenze ohne gültige Reisedokumente überschritten hatten, freigelassen, nachdem eine tibetische Hilfsorganisation im Ausland die Geldstrafen für sie bezahlt hatte. Mehrere Kinder und eine schwangere Frau, die ebenfalls dieser Gruppe angehört hatten, waren schon im vorigen Jahr freigelassen worden.
Anderen Gruppen konnte das UNHCR bei der Reise nach Indien behilflich sein. Obwohl sich ungefähr 35.000 tibetische Flüchtlinge in Nepal niedergelassen haben, ist das Königreich sehr darauf bedacht, Peking nicht zu verärgern und hat einen Besuch des Dalai Lama bisher nicht zugelassen.
Übersetzung: Irina Raba, Augsburg, Adelheid Dönges, München, Angelika Mensching, Hamburg
Internationale Gesellschaft fur Menschenrechte (IGFM)Arbeitsgruppe München
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