Chinesische Polizei
nimmt sechs prominente
tibetische Aktivisten fest

 

Quelle: Golog Jigme

Berlin, 15. April 2021. In den vergangenen Wochen hat die chinesische Polizei in der osttibetischen Präfektur Kardze sechs prominente Tibeter verhaftet. Dies berichtet „Radio Free Asia“ (RFA) unter Berufung auf Informationen des in der Schweiz lebenden ehemaligen politischen Gefangenen Golog Jigme. Offenbar spielten alle sechs Verhafteten eine herausgehobene Rolle in ihren jeweiligen Gemeinden. Sie gelten als Aktivisten, einige von ihnen sind ehemalige politische Gefangene. Aufgrund der rigorosen chinesischen Kommunikationsbeschränkungen in Tibet und der mit der Weitergabe von Informationen einhergehenden hohen Risiken sind derzeit nur vier der sechs Verhafteten namentlich bekannt. Auch die konkreten Anlässe für die Festnahmen müssen einstweilen im Dunklen bleiben.

Die beiden jüngsten Verhaftungen fanden den Quellen zufolge am 2. April statt. Betroffen waren der Schriftsteller und Umweltaktivist Sey Nam (Foto) und die tibetische Aktivistin und ehemalige politische Gefangene Tsering Dolma. Diese hatte sich in der Vergangenheit offenbar schon mehrfach an Protesten gegen die chinesische Politik in Tibet beteiligt. Golog Jigme sagte, er glaube, dies sei nun das dritte oder vierte Mal, dass sie verhaftet wurde. Bereits am 23. März sei Gangkye Drubpa Kyab festgenommen worden, ein Schriftsteller und ehemaliger politischer Gefangener, der auch unter dem Namen Gangme Thak bekannt ist. Golog Jigme sagte, Kyab habe kein Verbrechen begangen, auch habe die chinesische Regierung keinen triftigen Grund für seine Verhaftung angegeben.

Einen Tag zuvor, am 22. März, sei der politische Aktivist Gangbu Yudrum festgenommen worden, ohne dass ein Grund für seine Verhaftung genannt worden sei. Im Jahr 2008 habe Yudrum an einer Demonstration teilgenommen, bei der die verbotene tibetische Nationalflagge gehisst und die Rückkehr des Dalai Lama nach Tibet gefordert worden sei. Deswegen habe er eine dreijährige Gefängnisstrafe verbüßen müssen. 2012 sei Yudrum erneut verhaftet und erst 2014 wieder freigelassen worden. Nach seiner Freilassung habe er Kopien eines Briefs an die örtlichen Tibeter verteilt, in dem er sie aufforderte, sich für die Befreiung Tibets von der Herrschaft Pekings einzusetzen. Zwei weitere kürzlich inhaftierte Tibeter hätten noch nicht identifiziert werden können, so Golog Jigme. Wo die sechs verhafteten Aktivisten von den chinesischen Behörden derzeit festgehalten werden, sei ebenfalls nicht bekannt.

Die sogenannte Autonome Tibetische Präfektur Kardze wurde von den chinesischen Behörden nach der Annexion Tibets verwaltungsmäßig der chinesischen Provinz Sichuan zugeschlagen. Ungefähr die Hälfte der Fläche des historischen Tibet zählt seitdem nominell zu einer chinesischen Provinz.

 

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