Lobsang Dorjes
mutmaßliches «Verbrechen»:
Kontakte ins Ausland
Quelle: Kanyag Tsering/Lobsang Yeshe
Ein tibetischer Mönch des bedeutenden Klosters Kirt wurde von einem chinesischen Gericht zu drei Jahren Gefängnishaft verurteilt, nachdem er mehr als ein Jahr lang als „verschwunden“ galt. Dies berichtet die International Campaign for Tibet (ICT) unter Berufung auf Kanyag Tsering und Lobsang Yeshi aus dem nordindischen Dharamsala. Die beiden im Exil lebenden Mönche verfügen über gute Kontakte in die Region. Der 36-jährige Lobsang Dorje war im Juli 2018 von den chinesischen Behörden in seinem Kloster verhaftet worden und wurde seitdem an unbekanntem Ort und ohne Kontakt zur Außenwelt festgehalten.
Laut Kanyag Tsering und Lobsang Yeshi ist nicht bekannt, weswegen Lobsang Dorje verhaftet und verurteilt wurde. Möglicherweise liege der Grund dafür in seinen Kontakten ins Ausland, so die beiden Mönche. Lobsang Dorje hatte bereits von 2008 bis 2010 eine zweijährige Gefängnisstrafe verbüßen müssen, weil er sich geweigert hatte, an einer „patriotischen Umerziehungsmaßnahme“ in seinem Kloster teilzunehmen. Wegen der strikten Kontrolle der Kommunikationswege durch die chinesischen Behörden und der harten Strafen, die Tibetern für die Weitergabe von Informationen drohen, erreichen Nachrichten aus Tibet die Öffentlichkeit häufig nur bruchstückhaft bzw. mit einiger Verzögerung.