International Campaign for Tibet
 

UNO-Experten fordern sofortige Freilassung des tibetischen Menschenrechtsverteidigers Tashi Wangchuk

Genf/Berlin, 22. Februar 2018. Sechs UNO-Menschenrechtsexperten haben die sofortige Freilassung des tibetischen Menschenrechtsverteidigers Tashi Wangchuk gefordert. In einer gestern veröffentlichten Erklärung äußerten die Experten „ernsthafte Besorgnis“ über das Urteil eines chinesischen Gerichts wegen „Anstiftung zum Separatismus“ gegen Wangchuk, der sich in einem Bericht der „New York Times“ aus dem Jahre 2015 für den Schutz der tibetischen Sprache ausgesprochen hatte. Die Experten aus verschiedenen Menschenrechtsbereichen forderten ferner, dass „alle Anklagen gegen Tashi Wangchuk (...) fallen gelassen werden sollten". In ungewöhnlich deutlicher Sprache verurteilen die Experten überdies „die andauernde Inhaftierung von Herrn Wangchuk“, die Einschränkung seiner freien Meinungsäußerung sowie sein Recht, „gegen das einzutreten, was er als Menschenrechtsverletzung in seiner Region und in seinem Land wahrnimmt".

Die International Campaign for Tibet (ICT) begrüßt die unmissverständlichen Worte der UNO-Experten. Kai Müller, Geschäftsführer der ICT in Deutschland, sagte: „Tashi Wangchuk hat nichts anderes getan, als sich friedlich für den Schutz der tibetischen Sprache einzusetzen. Seine Inhaftierung und das Gerichtsverfahren gegen ihn sind krass rechtsstaatswidrig und verstoßen gegen internationale Menschenrechtsstandards. Die Erklärung der UNO-Experten hat dies nochmals unterstrichen.“

Tashi Wangchuk wurde am 27. Januar 2016 verhaftet, nachdem er in einem Artikel und Videobericht der „New York Times“ erschienen war, in dem er für die Rechte der tibetischen Sprache eintrat. Er wurde seitdem in Haft gehalten. Am 4. Januar 2018 bestätigte das Mittlere Gericht von Yushu die Anklagen wegen „Anstiftung zum Separatismus" gegen Tashi Wangchuk gemäß Artikel 103 Absatz 2 des Strafgesetzbuches der Volksrepublik China, der eine Haftstrafe von mehr als 5 Jahren vorsieht. Es wird indes befürchtet, dass Wangchuk eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren erhalten kann.

Kürzlich hatten Parlamentarier aus Frankreich, Deutschland, Australien und Lettland sowie das Europäische Parlament öffentlich die sofortige Freilassung Tashi Wangchuks gefordert und sich damit Forderungen von einer Reihe von Menschenrechtsorganisationen, darunter die International Campaign for Tibet, angeschlossen.

Pressekontakt:

Kai Müller
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

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