International Campaign for Tibet
 

Tibetische Nomaden gefährdet / Chinesischer Vorschlag für UNESCO-Welterbeliste Bedrohung für Natur und traditionelle Weidewirtschaft / Bericht zum UNESCO Welterbegipfel in Krakau

Berlin, 30. Juni 2017. Ein neuer Bericht der International Campaign for Tibet (ICT) macht deutlich, wie der Vorschlag der chinesischen Regierung, ein großes Gebiet in Tibet in die UNESCO-Welterbeliste aufzunehmen, die traditionelle Weidewirtschaft in der Region bedroht. Würden die Pläne, über die in der kommenden Woche die UNESCO Welterbetagung in Krakau abstimmt, umgesetzt, hätte dies die Entfernung der tibetischen Nomaden aus Hoh Xil zur Folge, obwohl sie mit ihrer naturnahen Bewirtschaftung seit Jahrhunderten Landschaft und Tierleben des ausgedehnten Gebietes schützen. Hoh Xil liegt im Zentrum dreier großer Naturschutzgebiete, die in zunehmendem Maße die traditionelle Landnutzung durch die Tibeter einschränken, die exklusive Kontrolle des Staates verstärken und den Massentourismus befördern können.

Kai Müller, Geschäftsführer der ICT, sagt dazu: „Die Aufnahme eines Naturschutzgebietes in die UNESCO-Welterbeliste darf nicht dazu führen, dass tibetische Nomaden aus ihren angestammten Gebieten vertrieben werden. Auch kann es nicht sein, dass das Etikett UNESCO dazu benutzt wird, den Ausbau von Tourismus und Infrastruktur zu rechtfertigen. Die chinesische UNESCO-Bewerbung drängt tibetische Nomaden weiter an den Rand der Gesellschaft und verschweigt ihre lange Geschichte des nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen”, so der ICT-Geschäftsführer. Müller weiter: „Das Welterbekomitee der UNESCO sollte den chinesischen Vorschlag so lange zurückstellen, bis ein detailliertes Gutachten über seine Auswirkungen vorliegt, in dessen Erstellung entsprechend den UNESCO-Richtlinien auch Betroffene und unabhängige Experten eingebunden sind.” Die nomadische Tradition Tibets müsse respektiert werden, so Müller. Tibeter und insbesondere Nomaden müssten in diesen Prozess eingebunden werden.

ICT wird den Bericht „Nomads in '‘no man’s land’: China’s nomination for UNESCO World heritage risks imperilling Tibetans and wildlife“ heute in Krakau vorstellen, wo am Sonntag das 41. Treffen des Welterbekomitees der UNESCO beginnt.

Der Bericht ist online hier einsehbar: https://www.savetibet.org/nomads-in-no-mans-land-chinas-nomination-for-unesco-world-heritage-risks-imperilling-tibetans-and-wildlife/, oder als PDF im Download erhältlich: https://www.savetibet.org/wp-content/uploads/2017/06/Nomads-in-no-mans-land-ICT-30062017.pdf.

Pressekontakt:

Kai Müller
Geschäftsführer
Tel.: +49 (0) 30 27879086
E-Mail: presse(at)savetibet.de
Twitter: @savetibet

International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
10435 Berlin
www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

Netzwerk


Werde Teil der Community!