International Campaign for Tibet
 

Tibet: Junger Mönch stirbt nach Selbstanzündung / Zahl der Selbstverbrennungen steigt auf 150

Jamyang Losel auf einem undatierten Foto. Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken. (Quelle: ICT)

Berlin, 24. Mai 2017. Am 19. Mai ist es im nordosttibetischen Landkreis Chentsa (chin.: Jianza) zu einer weiteren Selbstverbrennung aus Protest gegen die chinesische Politik in Tibet gekommen. Der junge tibetische Mönch Jamyang Losel setzte sich dort tibetischen Quellen zufolge selbst in Brand und soll seinen Verletzungen erlegen sein. Wie es weiter heißt, habe die Polizei seinen Leichnam vom Ort des Geschehens weggebracht und sich geweigert, diesen der Familie auszuhändigen.

Kai Müller, Geschäftsführer der International Campaign for Tibet (ICT), erklärte zur neuerlichen Selbstverbrennung in Tibet: „Die erneute Selbstverbrennung in Tibet konfrontiert die internationale Öffentlichkeit auf erschreckende Weise mit der politischen und menschenrechtlichen Realität in China und Tibet. Wir sind in großer Sorge, dass der Westen die schreckliche Wirklichkeit im autoritär geführten China aus Opportunität unter den Teppich kehrt und so universell gültige Werte wie die Menschenrechte weiter untergräbt. Die Bundesregierung muss sich daher zu diesen Vorfällen deutlich äußern“, forderte Müller.

Hintergrund: Der Landkreis Chentsa gehört zur Tibetisch Autonomen Präfektur Malho (chin.: Huangnan), die von den chinesischen Behörden der Provinz Qinghai zugerechnet wird. Jamyang Losel soll in seinen Zwanzigern gewesen sein; er gehörte dem kleinen Kloster Gyerteng an. Ein Bild von ihm, das ihn an einem Laptop sitzend zeigt, zirkuliert seit Tagen in den tibetischen sozialen Medien. Unmittelbar nach Jamyang Losels Selbstanzündung sollen die chinesischen Behörden eine Kommunikationsblockade über die Region Chentsa verhängt haben. Damit stieg die Zahl der Selbstverbrennungen in Tibet und China auf 150 seit dem Jahr 2009.

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Kai Müller
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

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