KAMPF GEGEN DEN KLIMAWANDEL

Foto: Antia Hagelin

Der «Dritte Pol» schmilzt – Klimaschutz ohne Tibet ist unmöglich

Tibet spielt als «Wasserturm Asiens» und «Dritter Pol» eine entscheidende Rolle für das globale Klima. Doch Chinas rücksichtslose Politik bringt das empfindliche Ökosystem zunehmend aus dem Gleichgewicht. Gletscher schmelzen, Wasserläufe verändern sich und Naturkatastrophen nehmen zu – mit Folgen weit über Tibet hinaus. 

Nur durch internationale Aufmerksamkeit ist es möglich, Umweltzerstörung, mangelnde Transparenz und politische Repression sichtbar zu machen und Veränderungen zu ermöglichen. Das über Generationen bewahrte Wissen der Tibeterinnen und Tibeter über Natur und Umwelt muss Teil einer verantwortungsvollen Klimapolitik in Tibet sein! 

Die Gletscher Tibets drohen zu schmelzen.

Das Dach der Welt im Wandel

Das tibetische Hochland zählt zu den wichtigsten und zugleich empfindlichsten Ökosystemen der Erde. Als Quelle vieler großer Flüsse Asiens und Heimat des größten Süßwasservorkommens außerhalb der Pole hat Tibet enorme Bedeutung für Klima, Wasserversorgung und Artenvielfalt weit über die Region hinaus. Deshalb wird das Hochland oft auch als „Dritter Pol“ bezeichnet.

Doch Tibet steht an vorderster Front des Klimawandels: Die Temperaturen steigen dort zwei- bis viermal schneller als im globalen Durchschnitt. Dadurch schmelzen Gletscher in alarmierendem Tempo, Permafrostböden tauen auf, Wüsten breiten sich aus und wichtige natürliche Kohlenstoffspeicher gehen verloren. Bereits heute bedrohen diese Veränderungen die Lebensgrundlage von rund 1,4 Milliarden Menschen.

Die Folgen sind schon jetzt sichtbar: Überschwemmungen, Erdrutsche und instabile Wasserläufe nehmen zu, während empfindliche Ökosysteme sowie zahlreiche Tier- und Pflanzenarten unter Druck geraten. Selbst wenn die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, könnten in den kommenden 80 Jahren rund 36 Prozent der Gletscher im Hindukusch- und Himalaya-Gebiet verschwinden. Ohne eine deutliche Reduzierung der Treibhausgase könnte sich dieser Verlust sogar auf bis zu zwei Drittel erhöhen.

Umweltzerstörung und politische Kontrolle

Die ökologische Krise in Tibet ist eng mit politischer Unterdrückung verknüpft: Maßnahmen der chinesischen Regierung greifen tief in das empfindliche Ökosystem des tibetischen Hochlands ein. Dazu gehören die Privatisierung und Einzäunung von Weideland, die Zwangsansiedlung von mindestens 1,8 Millionen Nomadinnen und Nomaden sowie der Ausbau von Städten, Infrastruktur und Bergbauprojekten ohne Einbeziehung der lokalen Bevölkerung.

Großprojekte wie Staudämme, Straßen, Bergbau oder Militarisierung werden rücksichtslos umgesetzt. Dadurch gehen nicht nur natürliche Lebensräume verloren – auch traditionelle Lebensweisen und jahrhundertealtes Wissen über Natur und Umwelt geraten zunehmend unter Druck. Doch gerade dieses über Generationen bewahrte Wissen der Tibeterinnen und Tibeter ist ein wichtiger Schlüssel für den nachhaltigen Schutz des tibetischen Hochlands.

Die Region des Dritten Pols besteht aus dem tibetischen Hochland und den umliegenden Gebirgsketten. Sie enthält die größte Masse an gefrorenem Süßwasser außerhalb der Polarregionen

Die Region des dritten Pols ist die Quelle von acht der großen Flusssysteme Asiens. Sie versorgt 225 Millionen Menschen direkt mit Süßwasser und erweitert indirekt die Wasserressourcen für über 1,4 Milliarden Menschen, die weiter flussabwärts leben.

Das Dach der Welt im Wandel

Das tibetische Hochland zählt zu den wichtigsten und zugleich empfindlichsten Ökosystemen der Erde. Als Quelle vieler großer Flüsse Asiens und Heimat des größten Süßwasservorkommens außerhalb der Pole hat Tibet enorme Bedeutung für Klima, Wasserversorgung und Artenvielfalt weit über die Region hinaus. Deshalb wird das Hochland oft auch als „Dritter Pol“ bezeichnet.

Die Region des Dritten Pols besteht aus dem tibetischen Hochland und den umliegenden Gebirgsketten. Sie enthält die größte Masse an gefrorenem Süßwasser außerhalb der Polarregionen

Doch Tibet steht an vorderster Front des Klimawandels: Die Temperaturen steigen dort zwei- bis viermal schneller als im globalen Durchschnitt. Dadurch schmelzen Gletscher in alarmierendem Tempo, Permafrostböden tauen auf, Wüsten breiten sich aus und wichtige natürliche Kohlenstoffspeicher gehen verloren. Bereits heute bedrohen diese Veränderungen die Lebensgrundlage von rund 1,4 Milliarden Menschen.

Die Region des dritten Pols ist die Quelle von acht der großen Flusssysteme Asiens. Sie versorgt 225 Millionen Menschen direkt mit Süßwasser und erweitert indirekt die Wasserressourcen für über 1,4 Milliarden Menschen, die weiter flussabwärts leben.

Die Folgen sind schon jetzt sichtbar: Überschwemmungen, Erdrutsche und instabile Wasserläufe nehmen zu, während empfindliche Ökosysteme sowie zahlreiche Tier- und Pflanzenarten unter Druck geraten. Selbst wenn die globale Erwärmung auf 1,5 Grad begrenzt werden kann, könnten in den kommenden 80 Jahren rund 36 Prozent der Gletscher im Hindukusch- und Himalaya-Gebiet verschwinden. Ohne eine deutliche Reduzierung der Treibhausgase könnte sich dieser Verlust sogar auf bis zu zwei Drittel erhöhen.

Umweltzerstörung und politische Kontrolle

Die ökologische Krise in Tibet ist eng mit politischer Unterdrückung verknüpft: Maßnahmen der chinesischen Regierung greifen tief in das empfindliche Ökosystem des tibetischen Hochlands ein. Dazu gehören die Privatisierung und Einzäunung von Weideland, die Zwangsansiedlung von mindestens 1,8 Millionen Nomadinnen und Nomaden sowie der Ausbau von Städten, Infrastruktur und Bergbauprojekten ohne Einbeziehung der lokalen Bevölkerung.

Großprojekte wie Staudämme, Straßen, Bergbau oder Militarisierung werden rücksichtslos umgesetzt. Dadurch gehen nicht nur natürliche Lebensräume verloren – auch traditionelle Lebensweisen und jahrhundertealtes Wissen über Natur und Umwelt geraten zunehmend unter Druck. Doch gerade dieses über Generationen bewahrte Wissen der Tibeterinnen und Tibeter ist ein wichtiger Schlüssel für den nachhaltigen Schutz des tibetischen Hochlands.

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Im tibetischen Ansatz zum Umweltschutz sind alle Lebewesen gleich. (…) Der Lebensunterhalt und die Perspektiven der lokalen Bauern und Nomaden sind für einen erfolgreichen Umweltschutz von zentraler Bedeutung.

 

Ein tibetischer Umweltaktivist

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