Berlin, 29. Oktober 2018. Die chinesischen Behörden verbieten im bekannten buddhistischen Studienzentrum Larung Gar das Abhalten des Gebetsfests Dechen Shedrub. Damit wird das Fest, das einst tausende Gläubige nach Larung Gar zog, zum dritten Mal in Folge verboten. Einer offiziellen Bekanntmachung zufolge, die der International Campaign for Tibet (ICT) im Original vorliegt, sollen in dem buddhistischen Studienzentrum generell keine großen religiösen Zusammenkünfte mehr erlaubt werden. Lediglich den dort lebenden Mönchen werde gestattet, während des Festes religiöse Schriften zu rezitieren. Personen von außerhalb sei nicht gestattet, nach Larung Gar zu kommen, dies gelte für Mönche ebenso wie für religiöse Laien. Offenbar soll Larung Gar zukünftig nur noch als buddhistische Bildungsstätte dienen, die „religiösen Massen“ scheinen dort nicht länger erwünscht. Das Gebetsfest Dechen Shendrub beginnt am 30. Oktober und dauert in der Regel acht Tage.
Das im Osten Tibets gelegene Larung Gar galt bis vor zweieinhalb Jahren als weltweit größte Institution des tibetischen Buddhismus. Im Juni 2016 kündigten die chinesischen Behörden an, das Studienzentrum massiv verkleinern zu wollen. Im darauffolgenden Monat begann eine Abrissaktion, der tausende Unterkünfte von Mönchen und Nonnen zum Opfer fielen, tausende Bewohner wurden vertrieben. Den Plänen der chinesischen Behörden zufolge sollte die Anzahl der ständigen Bewohner Larung Gars auf 5.000 begrenzt werden. Schätzungen zufolge hatten in Larung Gar zuvor mindestens 10.000 Menschen gelebt, zu Spitzenzeiten soll ihre Zahl auch deutlich darüber gelegen haben. Im vergangenen Jahr wurde die Leitung Larung Gars schließlich direkt von KP-Funktionären übernommen. Die Behörden der Präfektur Kardze (chin.: Ganzi) ernannten eine Reihe von Parteikadern, die seither der buddhistischen Akademie Larung Gar und dem „Klosterverwaltungskomitee“ von Larung Gar vorstehen.
Dazu sagte ICT-Geschäftsführer Kai Müller: „Die von der KP-kontrollierten Leitung Larung Gars und den Behörden des Kreises Serthar gemeinsam unterzeichnete Bekanntmachung belegt, wie massiv die Führung der Volksrepublik China in die inneren Angelegenheiten der Religionsgemeinschaften eingreift. Dass dem Atheismus verpflichtete Parteikader eine religiöse Institution leiten und den Gläubigen vorschreiben, wie sie ihre Religion leben dürfen, spottet im Grunde jeder Beschreibung“, so der ICT-Geschäftsführer. „Zugleich macht es deutlich, dass die Kommunistische Partei Religionsausübung mit allen Mitteln überwachen und kontrollieren will“, so Müller weiter.
Weitere Informationen können Sie unserem Bericht „Prayer festival cancelled amid tightening control at famous Tibetan buddhist institute“ entnehmen. Darin finden Sie auch die englische Übersetzung der Verbots-Bekanntmachung.

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Kai Müller
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