Neuerliche Selbstverbrennung in Nordost-Tibet / Schüler erliegt seinen Verletzungen / Erste Selbstanzündung seit fünf Monaten
Berlin, 23. September 2014. Der tibetische Schüler Lhamo Tashi hat sich am 17. September im nordosttibetischen Tsoe vor dem örtlichen Hauptquartier der staatlichen Sicherheitskräfte selbst angezündet. Er erlag seinen Verletzungen. Es handelte sich dabei um die 132. Selbstverbrennung in Tibet und China seit Februar 2009 und die erste seit fünf Monaten. Damit stieg die Zahl der Selbstanzündungen in diesem Jahr auf sieben. Lhamo Tashi war Anfang zwanzig, er besuchte in Tsoe die örtliche Mittelschule. Tsoe ist der Verwaltungssitz der Tibetisch Autonomen Präfektur Kanlho (chin.: Gannan) der Provinz Gansu. Nachdem sich Lhamo Tashi gegen Mitternacht in Brand gesetzt hatte, war er von der Polizei weggebracht worden. Tibetischen Quellen zufolge ist unklar, ob er noch an Ort und Stelle oder erst später verstarb. Als die Nachricht von der Selbstverbrennung bekannt wurde, wandten sich Lhamo Tashis Angehörige an die Behörden, um seinen Leichnam erhalten zu können. Dies wurde ihnen verwehrt, erst am 19. September wurde der Familie seine Asche übergeben.
Wie ein Exiltibeter mit Kontakten in die Region sagte, sei nicht bekannt, ob Lhamo Tashi mit seiner Tat eine bestimmte Botschaft verbinden wollte, oder ob er etwas Schriftliches hinterlassen hat. Einige Bewohner von Tsoe gingen jedoch davon aus, dass er als Zeitpunkt den Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Indien vom selben Tag gewählt habe. Lhamo Tashi stammt aus einem kleinen Dorf im Landkreis Sangchu (chin.: Xiahe), das zur Ortschaft Bora gehört.
Einen englischsprachigen ICT-Bericht können Sie dem Anhang dieser Nachricht entnehmen oder hier herunterladen: https://savetibet.de/fileadmin/user_upload/content/berichte/Aktuelle_Berichte/ICT_Bericht_22092014.pdf
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Berlin, 16. März 2011. Der 21 Jahre alte tibetische Mönch Phuntsog aus dem Kloster Kirti in Ngaba (chin.: Aba) in der chinesischen Provinz Sichuan hat sich heute Morgen öffentlich angezündet und ist anschließend seinen Verletzungen erlegen. Augenzeugen in Kontakt mit tibetischen Exil-Quellen zufolge soll die Polizei die Flammen gelöscht und auf Phuntsog eingeschlagen haben. Kurz danach sei der Mönch gestorben. Die Selbstverbrennung Phuntsogs fiel zusammen mit dem dritten Jahrestag der blutigen Niederschlagung des friedlichen Protests im Kloster Kirti im Jahre 2008. Dabei waren mindestens zehn Tibeter von chinesischen Sicherheitskräften erschossen worden.

Der Tod Phuntsogs führte anschließend zu einer großen Demonstration, an der sich mehrere Hundert Mönche und weitere Tibeter beteiligten, wie dieselben Quellen berichten. Diesen Protestzug habe die Polizei gewaltsam gestoppt und dabei eine unbekannte Anzahl von Mönchen verhaftet sowie protestierende Tibeter geschlagen. Der Leichnam Phuntsogs wurde unterdessen ins Kloster Kirti zurückgebracht. Wie ein tibetischer Mönch im nordindischen Dharamsala sagte, seien die Mönche in Kirti „eher bereit zu sterben, als Phuntsogs Leiche den chinesischen Behörden zu übergeben“. Inzwischen soll das Kloster von chinesischem Militär umstellt sein, offenbar seien auch einige Telefonverbindungen unterbrochen worden.

Die Selbstverbrennung Phuntsogs ist bereits die zweite im Kloster Kirti seit dem Frühjahr 2008. Im Februar 2009 hatte sich der Mönch Tapey ebenfalls in Brand gesetzt, nachdem eine Gebetszeremonie innerhalb des Klosters von den chinesischen Behörden untersagt worden war. Tapey überlebte, wurde allerdings anschließend inhaftiert. Wo er derzeit festgehalten wird, ist unbekannt. Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet (ICT) ist der aktuelle Vorfall in hohem Maße erschütternd. Phuntsogs Selbstverbrennung zeige auf drastische Art die Verzweiflung der Tibeter über die kompromisslose Linie Pekings in ihrer Heimat.

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