Pressemitteilung: Angespannte Lage in Tibet vor verordnetem „Tag der Befreiung von der Leibeigenschaft“
Berlin, 27. März 2009. Am Vorabend des von den chinesischen Behörden verordneten „Tag der Befreiung von der Leibeigenschaft“ ist die Lage in Tibet weiterhin angespannt. Für Tibeterinnen und Tibeter markiert dieser Tag im Gegensatz zur offiziellen Linie der Behörden die Niederschlagung des Aufstandes gegen die chinesische Herrschaft von 1959, die anschließende Auflösung der tibetischen Regierung und die Flucht des Dalai Lama ins Exil. Im März des vergangenen Jahres hatten zudem flächendeckende und in großer Mehrheit friedliche Proteste gegen die Politik Pekings in Tibet begonnen.
Die tibetische Exilregierung in Dharamsala, Indien, hat die Einführung des Feiertages in einer Erklärung als „Provokation“ bezeichnet. Tibeter in Tibet und im Exil begehen den Tag als „Tag der Trauer“, heißt es in dem Statement weiter. (www.tibet.net)
Kai Müller, Geschäftsführer der International Campaign for Tibet Deutschland (ICT), kritisierte den Feiertag: „Kein Wort von chinesischer Seite über die seit chinesischer Besetzung getöteten Hunderttausenden von Tibetern und die fast vollständige Vernichtung der tibetischen Kultur während der Kulturrevolution. Vor diesem Hintergrund vom Beginn von Demokratie und Freiheit in Tibet zu sprechen, ist eine krude Verdrehung von Geschichte. Die Einführung des Feiertages ist zynisch und inakzeptabel.“ Statt den Dalai Lama zu verteufeln und absurde Feiertage zu erfinden, sollte Peking endlich in einen ernsthaften Dialog mit dem geistigen Oberhaupt der Tibeter eintreten, forderte Müller.
Die International Campaign for Tibet hat aus Anlass der Einführung des Tages einen englischsprachigen Hintergrundbericht veröffentlicht, der auch auf die Situation in Tibet vor chinesischer Besetzung eingeht und hier eingesehen werden kann. 
Kontakt:
Kai Müller
Geschäftsführer
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