Tibet-Politik

Presseerklärung: Neue Bundeskanzlerin Merkel muss gegenüber chinesischer Staatsführung für Gespräche mit dem Dalai Lama eintreten
ICT: Freiheit und Autonomie der Tibeter noch in weiter Ferne – Deutsche Außenpolitik darf sich nicht wegducken

25. November 2005

Die Tibet-Frage muss von der neuen Bundesregierung gegenüber der Volksrepublik China offen thematisiert werden, forderte die International Campaign for Tibet Deutschland (ICT) heute in einem Schreiben an die neue Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. In ihren Gesprächen mit der chinesischen Staatsführung dürfen Selbstbestimmungsrecht und Menschenrechte der Tibeter nicht ökonomischen oder strategischen Interessen untergeordnet werden, heißt es in dem Schreiben weiter.

Bislang gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass die chinesische Staatsführung auf die Gesprächsangebote des Dalai Lama eingehen will. Das geistliche und weltliche Oberhaupt der Tibeter vertritt eine Politik des "mittleren Weges", die zwar substantielle Autonomie der Tibeter verlangt, aber auch von der Forderung nach staatlicher Souveränität Tibets abrückt. "Setzen Sie sich gegenüber der chinesischen Staatsführung mit klaren Worten dafür ein, dass endlich ein ernsthafter Dialog mit dem Dalai Lama aufgenommen wird und sich die besorgniserregende Menschenrechtssituation in Tibet verbessert", forderte ICT-Geschäftsführer Müller die neue Bundeskanzlerin auf.

Tibet lebt seit 1949 unter chinesischer Besatzung. Infolge des tibetischen Volksaufstandes in Lhasa 1959 wurde die chinesische Unterdrückung der Tibeter und ihrer Kultur noch brutaler und unmenschlicher. Während Maos Kulturrevolution wurde der Buddhismus zum Hauptangriffspunkt der kommunistischen "Reformen" und Tibet zu einem Land des Leids: Schätzungen zufolge sind Hunderttausende Tibeter seit Beginn der chinesischen Besatzungszeit ums Leben gekommen.

Pressekontakt:

ICT Deutschland e.V., Kai Müller, Tel.: 030 27879086

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