Journalistenpreis „Schneelöwe 2014“ für Thomas Weidenbach und Shi Ming / Diana Frankovic und Doreen Fiedler erhalten Zweite Preise
Berlin, 18. Oktober 2014. Der Dokumentarfilm „Kampf um Tibet“ der beiden Autoren Thomas Weidenbach und Shi Ming ist der diesjährige Gewinner des Journalistenpreises „Schneelöwe“ der International Campaign for Tibet (ICT).
Die Jury des „Schneelöwen“ über „Kampf um Tibet“: „Wer diesen Film gesehen hat, wird hinterher klüger sein als zuvor. Er wird etwas gelernt haben über Chinas Interesse am tibetischen Hochland, über Wirtschaft, Politik und Geschichte. Man spürt zu jeder Zeit, dass sich die beiden Autoren auf der Höhe des Geschehens bewegen. Wunderbar, wie es ihnen gelingt, dieses Wissen in Bilder zu übersetzen und so anschaulich zu machen.“
„Kampf um Tibet“ ist eine Produktion der Längengrad Filmproduktion im Auftrag des WDR und NDR und in Zusammenarbeit mit ARTE. Die unabhängige Jury des „Schneelöwen“ sprach Thomas Weidenbach und Shi Ming ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro zu.
Mit Zweiten Preisen geehrt wurden die Journalistinnen Doreen Fiedler („Ein Volk im Exil. Tibeter und ihr Kampf“, dpa) und Diana Frankovic („Reise durch ein stilles Land“, rbb Kulturradio). Die Jury sprach ihnen ein Preisgeld in Höhe von jeweils 500 Euro zu. Auch in diesem Jahr hat die Jury überdies ein Recherchestipendium in Höhe von 2.000 Euro vergeben. Lobend erwähnt wurde ferner der Autor und Journalist Klemens Ludwig für seinen Beitrag "Bescheiden und spendabel" (Südwind-Magazin).
In einem Gastvortrag mahnte der chinesische Journalist Chang Ping nachdrücklichen Einsatz für Pressefreiheit in China an. Zudem las die Schauspielerin Inés Burdow ein Stück der tibetischen Journalistin und Bloggerin Tsering Woeser. Die Preisverleihung fand statt im Literaturhaus Berlin und wurde von dem Journalisten Thomas Franke moderiert.
Jurymitglieder des „Schneelöwen“ sind Eva Corell, Journalistin und langjährige China-Korrespondentin der ARD, Andreas Lorenz, Autor, Journalist und langjähriger China-Korrespondent des SPIEGEL, sowie der Schauspieler und Dokumentarfilmer Hannes Jaenicke. Mit dem „Schneelöwen“ will die International Campaign for Tibet herausragende Berichterstattung über Tibet und China fördern.
Die International Campaign for Tibet wird auch im kommenden Jahr wieder einen „Schneelöwen“ verleihen und ein Recherchestipendium vergeben. Bewerbungen können ab sofort in der Geschäftsstelle in Berlin eingereicht werden. Alles Nähere unter: http://www.savetibet.de/journalistenpreis.
Kontakt:
Kai Müller
International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
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Berlin, 16. März 2011. Der 21 Jahre alte tibetische Mönch Phuntsog aus dem Kloster Kirti in Ngaba (chin.: Aba) in der chinesischen Provinz Sichuan hat sich heute Morgen öffentlich angezündet und ist anschließend seinen Verletzungen erlegen. Augenzeugen in Kontakt mit tibetischen Exil-Quellen zufolge soll die Polizei die Flammen gelöscht und auf Phuntsog eingeschlagen haben. Kurz danach sei der Mönch gestorben. Die Selbstverbrennung Phuntsogs fiel zusammen mit dem dritten Jahrestag der blutigen Niederschlagung des friedlichen Protests im Kloster Kirti im Jahre 2008. Dabei waren mindestens zehn Tibeter von chinesischen Sicherheitskräften erschossen worden.

Der Tod Phuntsogs führte anschließend zu einer großen Demonstration, an der sich mehrere Hundert Mönche und weitere Tibeter beteiligten, wie dieselben Quellen berichten. Diesen Protestzug habe die Polizei gewaltsam gestoppt und dabei eine unbekannte Anzahl von Mönchen verhaftet sowie protestierende Tibeter geschlagen. Der Leichnam Phuntsogs wurde unterdessen ins Kloster Kirti zurückgebracht. Wie ein tibetischer Mönch im nordindischen Dharamsala sagte, seien die Mönche in Kirti „eher bereit zu sterben, als Phuntsogs Leiche den chinesischen Behörden zu übergeben“. Inzwischen soll das Kloster von chinesischem Militär umstellt sein, offenbar seien auch einige Telefonverbindungen unterbrochen worden.

Die Selbstverbrennung Phuntsogs ist bereits die zweite im Kloster Kirti seit dem Frühjahr 2008. Im Februar 2009 hatte sich der Mönch Tapey ebenfalls in Brand gesetzt, nachdem eine Gebetszeremonie innerhalb des Klosters von den chinesischen Behörden untersagt worden war. Tapey überlebte, wurde allerdings anschließend inhaftiert. Wo er derzeit festgehalten wird, ist unbekannt. Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet (ICT) ist der aktuelle Vorfall in hohem Maße erschütternd. Phuntsogs Selbstverbrennung zeige auf drastische Art die Verzweiflung der Tibeter über die kompromisslose Linie Pekings in ihrer Heimat.

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Geschäftsführer / Executive Director
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie Rechercheteams in Dharamsala, Indien, und Kathmandu, Nepal.

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