Berlin, 17. September 2019. Die Kommunistische Partei Chinas hat ihre Versuche verstärkt, Kontrolle über die Regelung der Nachfolge des Dalai Lama zu erlangen. Zu diesem Zweck organisierten die chinesischen Behörden Ende August zum ersten Mal ein „Training” zum Thema Reinkarnation, an dem laut chinesischen Staatsmedien rund 100 tibetische Mönche aus 73 Klöstern teilnahmen. Die Teilnehmer der einwöchigen Veranstaltung mussten dabei die staatlichen „Regeln für das System der Reinkarnationen” sowie die von der herrschenden KP abgesegnete Version von Geschichte und Ritualen der Reinkarnation im tibetischen Buddhismus studieren. Mit dem „Training” unterstreicht die chinesische Regierung offensichtlich ihre Entschlossenheit, jeglichen Einfluss des Dalai Lama und der Institutionen des tibetischen Buddhismus auf die Regelung seiner Nachfolge auszuschließen.

Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet (ICT) handelt es sich bei dem „Training” um einen weiteren massiven Eingriff Pekings in die Religionsfreiheit der Tibeter. Immer ausgefeilter würden die Versuche der chinesischen Behörden, in die religiöse Selbstbestimmung von Mönchen, Nonnen und tibetischen Laien einzugreifen. Dies sei inakzeptabel und müsse von der internationalen Gemeinschaft zurückgewiesen werden, so ICT.

Wie ernst es der chinesischen KP mit ihren Versuchen ist, die Kontrolle über den tibetischen Buddhismus zu erlangen, zeigt der Umstand, dass an der Schlusszeremonie des „Trainings” der Mönche am 29. August der KP-Chef der sogenannten „Autonomen Region Tibet” (TAR) Wu Yingjie persönlich teilnahm. In Anspielung auf den Dalai Lama unterstrich der hochrangige Funktionär Suolang Renzeng, das System der Reinkarnationen sei keinesfalls eine „rein religiöse Angelegenheit oder das persönliche Vorrecht eines lebenden Buddhas”. Vielmehr, so der stellvertretende Vorsitzende des regionalen-Komitees der Politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes, handle es sich dabei um „ein wichtiges Symbol der Strategie und Politik der Kommunistischen Partei Chinas in der Region“. Seine Worte beinhalten eine deutliche Warnung an alle Tibeter, die loyal zum Dalai Lama stehen. Zur selben Zeit unternahm der von der chinesischen Regierung installierte „falsche” Panchen Lama eine „Inspektionsreise” durch Dörfer und Klöster in der TAR, die ihn auch in eine politisch sensible Region an der Grenze zu Indien führte. Der „chinesische” Panchen Lama soll Peking offenbar dabei behilflich sein, Einfluss auf den tibetischen Buddhismus zu gewinnen.

Weitere Informationen können Sie unserem Bericht „China steps up discredited attempts to control Dalai Lama’s succession” entnehmen.

Korrekturhinweis: In einer früheren Version dieser Mitteilung war das Zitat des Funktionärs Suolang Renzeng fälschlicherweise dem KP-Chef der TAR Wu Yingjie zugeschrieben worden. Wir bitten dafür um Verzeihung.

Pressekontakt:

Kai Müller
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 

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