UN-Ausschuss gegen Folter unterstreicht Dringlichkeit der Situation in Tibet

Genf, 19. November 2015. Inakzeptabel und enttäuschend – so bewertet die International Campaign for Tibet das Verhalten Chinas vor der gestern zu Ende gegangenen Sitzung des UN-Ausschusses gegen Folter, dem sich die Volksrepublik in dieser Woche zu stellen hatte. Die chinesische Delegation weigerte sich, die teilweise äußert kritischen Fragen der unabhängigen Ausschussmitglieder zu beantworten. Dies wurde insbesondere deutlich bei Fällen von Tibetern, über zahlreiche und glaubwürdige Berichte über Folter und Misshandlung vorliegen. Auch über den von vielen Menschenrechtsorganisationen und dem Ausschuss thematisieren Fall des in diesem Juli unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommenen Tenzin Delek Rinpoche gab die chinesische Delegation offensichtlich unwahre Auskünfte und stritt überdies jede Diskriminierung und Folter an Tibetern ab. Eine englischsprachige Meldung der ICT ist hier abrufbar: http://www.savetibet.org/un-committee-against-torture-underlines-urgency-of-situation-in-tibet/.
Hintergrund:
Über den Fall des verstorbenen Tibeters Tenzin Delek Rinpoche: International Campaign for Tibet, 16. Juli 2015 (engl.): „Body of revered Tibetan lama Tenzin Delek Rinpoche cremated in remote high-security prison facility”, http://bit.ly/1LgQ6ha.

Über den Fall des verstorbenen Tibeters Goshul Lobsang: International Campaign for Tibet, Februar 2015 (engl.): "Torture and impunity: 29 cases of Tibetan political prisoners”; http://www.savetibet.org/newsroom/torture-and-impunity-29-cases-of-tibetan-political-prisoners/#killed.
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Kai Müller
Geschäftsführer
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International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit mehr als 20 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

Berlin, 16. März 2011. Der 21 Jahre alte tibetische Mönch Phuntsog aus dem Kloster Kirti in Ngaba (chin.: Aba) in der chinesischen Provinz Sichuan hat sich heute Morgen öffentlich angezündet und ist anschließend seinen Verletzungen erlegen. Augenzeugen in Kontakt mit tibetischen Exil-Quellen zufolge soll die Polizei die Flammen gelöscht und auf Phuntsog eingeschlagen haben. Kurz danach sei der Mönch gestorben. Die Selbstverbrennung Phuntsogs fiel zusammen mit dem dritten Jahrestag der blutigen Niederschlagung des friedlichen Protests im Kloster Kirti im Jahre 2008. Dabei waren mindestens zehn Tibeter von chinesischen Sicherheitskräften erschossen worden.

Der Tod Phuntsogs führte anschließend zu einer großen Demonstration, an der sich mehrere Hundert Mönche und weitere Tibeter beteiligten, wie dieselben Quellen berichten. Diesen Protestzug habe die Polizei gewaltsam gestoppt und dabei eine unbekannte Anzahl von Mönchen verhaftet sowie protestierende Tibeter geschlagen. Der Leichnam Phuntsogs wurde unterdessen ins Kloster Kirti zurückgebracht. Wie ein tibetischer Mönch im nordindischen Dharamsala sagte, seien die Mönche in Kirti „eher bereit zu sterben, als Phuntsogs Leiche den chinesischen Behörden zu übergeben“. Inzwischen soll das Kloster von chinesischem Militär umstellt sein, offenbar seien auch einige Telefonverbindungen unterbrochen worden.

Die Selbstverbrennung Phuntsogs ist bereits die zweite im Kloster Kirti seit dem Frühjahr 2008. Im Februar 2009 hatte sich der Mönch Tapey ebenfalls in Brand gesetzt, nachdem eine Gebetszeremonie innerhalb des Klosters von den chinesischen Behörden untersagt worden war. Tapey überlebte, wurde allerdings anschließend inhaftiert. Wo er derzeit festgehalten wird, ist unbekannt. Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet (ICT) ist der aktuelle Vorfall in hohem Maße erschütternd. Phuntsogs Selbstverbrennung zeige auf drastische Art die Verzweiflung der Tibeter über die kompromisslose Linie Pekings in ihrer Heimat.

Kontakt:

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Geschäftsführer / Executive Director
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