Berlin, 3. April 2019. Die Vereinigung der China-Korrespondenten FCCC (Foreign Correspondents’ Club of China) hat die chinesische Regierung aufgefordert, ausländischen Reportern ungehinderten Zugang nach ganz Tibet – einschließlich der sogenannten Autonomen Region Tibet (TAR) – zu gewähren. In einem in der vergangenen Woche veröffentlichten Positionspapier beklagen die Auslandsreporter, die Behinderung der Berichterstattung sei „ein ernstes Hindernis für den Erhalt zutreffender Informationen über das Leben ethnischer Tibeter in China“. Im Gegensatz zu anderen Provinzen und Regionen des Landes müssten Journalisten, die aus der Autonomen Region Tibet berichten wollten, zuerst die Erlaubnis der Regierung dazu einholen. Diese Erlaubnis jedoch werde nur selten erteilt.

Das Positionspapier verlangt „ungehinderten Zugang zur Autonomen Region Tibet und allen von Tibetern bewohnten Gebieten“ Chinas. Um dieses Ziel zu erreichen, sollten die chinesischen Behörden bis Ende 2019 alle Anträge auf individuelle Journalistenreisen nach Tibet genehmigen und rechtzeitig vor den Olympischen Spielen 2022 in China die Genehmigungspflicht für Reisen in die TAR aufheben. Die chinesische Regierung solle außerdem die Einschüchterung von Gesprächspartnern der Journalisten einstellen und es diesen ermöglichen, mit allen Personen zu sprechen, die einem Interview zustimmen. Ausländische Regierungen sollten auch gegen Chinas Einschüchterung von Journalisten protestieren, die den Dalai Lama interviewen. Außerdem sollten sich ausländische Regierungen für die Freilassung des Menschenrechtsverteidigers Tashi Wangchuk einsetzen, der im vergangenen Jahr zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, nachdem die „New York Times“ über ihn berichtet hatte.

Das Positionspapier der China-Korrespondenten knüpft damit an den „Reciprocal Access to Tibet Act“ an. Das im Dezember 2018 in Kraft getretene US-Gesetz verlangt ebenfalls freien Zugang nach Tibet für ausländische Besucher und sieht Sanktionen für diejenigen vor, die die Isolation Tibets zu verantworten haben. Nach Einschätzung der International Campaign for Tibet ist das Positionspapier der Vereinigung der Auslandskorrespondenten ein weiterer Beleg dafür, dass die Abschottung Tibets unhaltbar geworden ist. ICT-Geschäftsführer Kai Müller sagte dazu: „Viel zu lange hat Peking die Möglichkeiten demokratischer Gesellschaften ausgenutzt, um seine Propaganda zu verbreiten, während gleichzeitig ausländischen Medienvertretern, Diplomaten und Touristen Reisen nach Tibet verwehrt bleiben.“ Es sei daher sehr zu begrüßen, „dass sich in jüngster Zeit die Stimmen derer häufen, die Gleichbehandlung und Fairness in den bilateralen Beziehungen einfordern“, so Müller weiter.

Zusätzliche Informationen können Sie unserem Bericht Journalists association calls for media access to Tibet, adding to mounting international pressure on China entnehmen.

Pressekontakt:

Kai Müller
Geschäftsführer
Tel.: +49 (0) 30 27 87 90 86
E-Mail: presse(at)savetibet.de
Twitter: @savetibet

International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 

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