60 Jahre «Autonome
Region Tibet» sind
kein Grund zum Feiern

 

Quelle: cnsvideo/youtube

Unter massiv verschärften Sicherheitsvorkehrungen und zunehmender Repression traf Chinas Staatschef Xi Jinping am 20. August in Lhasa, der Hauptstadt Tibets, ein. Rigoros sollte jeglicher Protest unterbunden werden. Anlass für Xis Besuchs war die für den Folgetag geplante, pompöse Feier zum 60. Jahrestag der Errichtung der sogenannten „Autonomen Region Tibet“ (TAR) durch die chinesische Regierung.

Nach Ansicht von ICT belegten die Umstände von Xis Besuch jedoch eindrücklich, dass Peking sich seiner Herrschaft in Tibet nicht sicher ist. Die Verunsicherung der chinesischen Machthaber war mit Händen zu greifen. So liegt eine tiefe Ironie darin, dass der Besuch und die Feierlichkeiten unter Geheimhaltung und strengen Kontrollen stattfinden mussten.

Enormer Aufwand für die erwünschten Propagandabilder. (Quelle: cri.cn)

Xi Jinping wollte im besetzten Tibet Stärke, Stabilität und Legitimität demonstrieren – die Wirklichkeit strafte ihn Lügen. Dies konnten weder Propaganda noch absurd inszenierte Feierlichkeiten, die die Verbrechen der Kommunistischen Partei in Tibet verschweigen, überdecken. Und so wirkte das Ganze wie die Siegesfeier in einem besetzten Land.

Die Errichtung der TAR zementierte die Aufspaltung Tibets

Dass 60 Jahre «Autonome Region Tibet» für die Tibeter kein Grund zum Feiern sind, ist ohnehin schon lange bekannt. Die Errichtung der TAR im Jahr 1965 folgte auf die Invasion und völkerrechtswidrige Besetzung Tibets durch die Volksrepublik China. Die damals versprochenen Rechte – regionale Autonomie, Religionsfreiheit, Förderung der tibetischen Sprache – wurden von der Kommunistischen Partei Chinas systematisch verletzt.

Schon vor Schaffung der „Autonomen Region“ wurden andere Teile Tibets – und damit auch deren Bewohner – zum großen Teil als sogenannte „Tibetisch Autonome“ Landkreise und Präfekturen den chinesischen Provinzen Qinghai, Gansu, Sichuan und Yunnan zugeschlagen. Dabei umfasst die „Autonome Region Tibet“ flächenmäßig nur etwa das halbe Tibet. Mit ihrer Errichtung war die Aufspaltung Tibets zementiert.

China erzwingt Loyalitätsbekundungen bedeutender buddhistischer Klöster

In einer konzertierten Aktion haben die chinesischen Behörden drei bedeutende tibetische Klöster zu Loyalitätsbekundungen gezwungen. In Berichten der chinesischen Propagandamedien ist darin fast wortgleich die Rede von Feierlichkeiten unter dem Motto „Das große Fest feiern, die Gnade der Partei preisen, gemeinsam voranschreiten“. Auch die begleitenden Bilder weisen große Ähnlichkeiten auf. Typischerweise sind darauf Mönche zu sehen, die zusammen mit entsprechenden Propagandabannern Aufstellung nehmen.

Vor Tibets ältestem Kloster Samye müssen Mönche mit der kommunistischen Nationalflagge Chinas posieren. (Quelle: xztzb.gov.cn)

Die Berichte sollen erkennbar das Bild einer angeblich erfolgreichen „Sinisierung des tibetischen Buddhismus“ durch Peking belegen. Die Botschaft der chinesischen Propagandisten lautet: Die „Anpassung des tibetischen Buddhismus an die sozialistische Gesellschaft“ findet in der von den KP-Machthabern erwünschten Weise statt. Die auf den Fotos abgebildeten Mönche sollen den Eindruck erwecken, dass sie die Aufspaltung Tibets gutheißen.

Tibet: Mönch begeht Suizid nach Repressionen chinesischer Behörden

Der Druck, den die chinesischen Behörden auf die Klöster ausüben, ist häufig brutal. So hat sich nach Erkenntnissen von ICT am 18. August ein leitender Mönch des nordosttibetischen Klosters Tsang das Leben genommen. Der 52-jährige Mönch Shersang Gyatso und die gesamte Klostergemeinschaft sahen sich bereits seit Wochen massiver Repression seitens der chinesischen Behörden ausgesetzt. Das Kloster Tsang liegt im Landkreis Gepa Sumdo (chin.: Tongde) der Präfektur Tsolho (chin.: Hainan).

Shersang Gyatso in einem undatierten Foto. Der tibetische Mönch nahm sich nach massiven Repressionen der chinesischen Behörden das Leben. (Quelle: Tibet Times)

In Erwartung des Geburtstags des Dalai Lama am 6. Juli verschärften die chinesischen Behörden schon zu Monatsbeginn ihre Überwachungsmaßnahmen im Kloster Tsang. Dort durchsuchten sie die Schlafsäle der Mönche, wobei sie Fotos des Dalai Lama fanden. Wie Quellen mit Kontakten in Tibet der ICT berichten, zwangen die Behörden die Mönche vom 1. bis etwa zum 20. Juli zur täglichen Teilnahme an politischen und ideologischen Versammlungen.

Jungen Mönchen wird Rückkehr ins Kloster verwehrt

Danach durften die Mönche das Kloster verlassen. Als sie am 9. August zurückkehren wollten, um ihre Sommerklausur (tib. „Yarney“) zu begehen, die normalerweise anderthalb Monate dauert, wurde dies den Quellen zufolge den unter 18-jährigen Mönchen verwehrt. Sie durften das Kloster nicht wieder betreten.

Die Quellen von ICT gehen davon aus, dass diese Umstände Shersang Gyatso unter erheblichen Druck gesetzt haben. Sie betrachten seinen Selbstmord als Protest gegen die repressiven Maßnahmen gegen das Kloster und seine Mönche.

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