Weltweite Kundgebungen
in Erinnerung
an Lobga Rangzen

 

Foto: TICT

Was am 2. Juli in New York geschah, hat Tibeter und Tibet-Unterstützer in aller Welt aufgewühlt. An diesem Tag setzte sich der tibetische Aktivist Lobsang Palden – weithin bekannt als Lobga Rangzen – vor dem Hauptgebäude der Vereinten Nationen selbst in Brand und erlag seinen schweren Verletzungen.

In den Wochen, die seither vergangen sind, haben Tibeter und Tibet-Gruppen in zahlreichen Städten auf mehreren Kontinenten Mahnwachen und Kundgebungen veranstaltet, um seiner zu gedenken. Ob in Indien, den USA, in Japan, Australien oder Europa, überall erinnerten die Menschen an Lobga Rangzen. Auch in Berlin gingen Tibeter und Tibet-Unterstützer bereits mehrfach an die Öffentlichkeit.

Tibetflaggen vor dem Berliner Fernsehturm: Kundgebung an der chinesischen Botschaft am 2. August. (Foto: ICT)

Das Datum der ersten Selbstverbrennung eines Tibeters auf dem Boden der Vereinigten Staaten war nicht zufällig gewählt; sie ereignete sich nur einen Tag nach Inkrafttreten von Chinas neuem Assimilationsgesetz – euphemistisch auch als Gesetz über „ethnische Einheit“ bezeichnet.

Aufruf zur Einheit der Tibeter im Widerstand

Lobga Rangzens Selbstanzündung war ein Akt des Protests gegen die Politik der chinesischen Machthaber in Tibet. Der Aktivist hinterließ eine letzte öffentliche Botschaft auf Tibetisch, die er in einem selbst aufgenommenen Video auf Facebook veröffentlichte. Darin appelliert Lobga Rangzen an die Tibeter im Exil, in ihrem Einsatz für die tibetische Sache geeint zu bleiben.

In der Aufzeichnung äußert er tiefe Besorgnis über Chinas repressive Politik, die darauf abzielt, die tibetische Identität auszulöschen. Und er erinnert daran, dass Tibeter im Exil als Fürsprecher und Stimme für die Tibeter in Tibet fungieren müssten.

Die Kundgebung am 2. August startete am Kanzleramt. (Foto: ICT)

Appell an die internationale Gemeinschaft

Nur einen Tag nach der Selbstanzündung in New York äußerte sich ICT-Präsidentin Tencho Gyatso dazu. Dabei ging sie indirekt auch auf den Ort des Geschehens – das UNO-Hauptgebäude – ein, der ebenfalls keineswegs zufällig gewählt war.

„Während wir um diesen tragischen Verlust trauern, ist es unerlässlich, dass die internationale Gemeinschaft die Botschaft hinter seiner tiefen Verzweiflung ernst nimmt“, so Gyatso. Die Staatengemeinschaft müsse sich „mit der sich verschlechternden Menschenrechtslage in Tibet auseinandersetzen und die chinesische Regierung für ihre Politik der Unterdrückung und Zwangsassimilation zur Rechenschaft ziehen“.

„Solidarität und Mitgefühl mit den Angehörigen“

ICT-Geschäftsführer Kai Müller sprach am 15. Juli bei einer Kundgebung zum Gedenken an Lobga Rangzen an der chinesischen Botschaft in Berlin. Er würdigte Lobga Rangzen als warmherzigen, hilfsbereiten Menschen, der sich für die Gemeinschaft eingesetzt und auch immer die Anliegen Tibets vertreten habe. Was es nun brauche, sei „Solidarität und Mitgefühl mit den Angehörigen“.

ICT-Geschäftsführer Kai Müller spricht am 2. August vor der chinesischen Botschaft. (Foto: ICT)

Wörtlich sagte er: „Mein erster Gedanke war, es ist unfassbar traurig. Ich denke, wir müssen das, was er gesagt hat, und was auch hier auf dem Plakat steht, sehr ernst nehmen: ‚We will never give up!‘ Das ist ja auch das, was der Dalai Lama immer sagt.“

Richard Gere spricht bei Kundgebung am Times Square

Eine der größten Kundgebungen zum Gedenken an Lobga Rangzen fand am 1. August in New York statt. Ein Bündnis mehrerer Tibet-Organisationen hatte zu der Veranstaltung am berühmten Times Square – keine zwei Kilometer vom UNO-Hauptgebäude entfernt – aufgerufen. Vor Hunderten von Tibetern und Tibet-Unterstützern sprach dabei auch der Internationale Vorsitzende von ICT Richard Gere.

Er rief die Tibeter dazu auf, das Vermächtnis Lobga Rangzens zu ehren. Insbesondere sollten sie eine zentrale Botschaft weitergeben, die er der Welt eindringlich ans Herz gelegt hatte. Sie sollten niemals vergessen, dass sie Tibeter seien. Wörtlich sagte Richard Gere auf Tibetisch und Englisch: „ང་བོད་པ་ཡིན། I am a Tibetan.”

Richard Gere spricht am Times Square in New York. (Foto: ICT)

Die Welt schweigt

In seiner Ansprache forderte er die Tibeter auf, den Dalai Lama stolz zu machen, indem sie sich für Tibet einsetzen – für ihre Identität einstehen, ihre Kultur bewahren und den Kampf für Tibet mit Einigkeit, Mut und Taten fortsetzen.

Im Anschluss an die Kundgebung gingen die Teilnehmer vom Times Square zum UNO-Hauptgebäude, jenem Ort, an dem sich Lobga Rangzen am 2. Juli selbst verbrannt hatte. Sie marschierten mit weißen Schals vor dem Mund, um das Schweigen der Welt zum Thema Tibet zu symbolisieren.

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