ICT: Chinas neuer
Mega-Staudamm in Tibet
hätte verheerende Folgen 

 

Foto: Felix Dance-CC-BY-2.0

Die International Campaign for Tibet kritisiert den Baubeginn des neuen chinesischen Mega-Staudamms im Süden von Tibet. Wie zahlreiche Medien berichten, war Ministerpräsident Li Qiang eigens für den symbolischen Spatenstich nach Nyingtri (chin.: Linzhi) gekommen. Mit dem geplanten Damm am Fluss Yarlung Tsangpo soll nach Fertigstellung das größte Wasserkraftwerk der Welt angetrieben werden.

Das Medog-Wasserkraftwerk (Motuo) soll dann dreimal so viel Energie erzeugen wie der gigantische Drei-Schluchten-Damm am Jangtse-Fluss. Den Berichten der Staatsmedien zufolge ist ihm eine wichtige Rolle beim Erlangen der Klimaziele Chinas zugedacht.

Zwangsweise Umsiedlungen befürchtet

Ein kürzlich von ICT veröffentlichter Bericht dokumentiert hingegen, dass durch den Medog-Staudamm knapp 25.000 Tibeter negativ betroffen sein werden, da der Staudamm in einer gefährlichen Erdbebenzone gebaut wird, Erdrutsche drohen und Bewohner zusätzlich mit zwangsweiser Umsiedlung rechnen müssen.

ICT hat ferner detailliert dokumentiert (siehe interaktive Karte), dass die chinesische Regierung durch den Bau Hunderter Staudämme und Wasserkraftwerke unwiederbringlich tibetische Häuser, Dörfer und wertvolles Kulturgut – wie zum Beispiel jahrhundertealte buddhistische Klöster – zerstört und überdies den Klimawandel vorantreibt.

Grafische Darstellung des Medog-Staudammprojekts aus dem ICT-Bericht. Knapp 25.000 Tibeter wären davon negativ betroffen. (Die chinesische Bezeichnung von Medog lautet Motuo)

Die Gletschergipfel Tibets sind die Quellgebiete der acht großen Flüsse der Region. Dort gefährdet der Bau von Wasserkraft- und Staudammanlagen auch die Wasserversorgung, den Lebensunterhalt und die Gesundheit von bis zu 1,8 Milliarden Menschen in ganz China, Süd- und Südostasien.

Staudammbau ist nicht nachhaltig

„Die internationale Öffentlichkeit darf nicht auf die Klimarhetorik der Kommunistischen Partei hereinfallen, während gleichzeitig 1,2 Millionen Tibeter direkt von Vertreibung, Umsiedlung und massiven Umweltschäden betroffen sein werden. Wasserkraft- und Staudammprojekte der Volksrepublik China führen in zunehmendem und bisher unbekanntem Maße zu massiven Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden in Tibet, während China mit den Projekten seinen Energiehunger stillt”, sagt dazu ICT-Geschäftsführer Kai Müller.

„Was in Tibet geschieht ist jedoch weder nachhaltig, noch klimafreundlich. Im Gegenteil, ein Land wird rücksichtslos ausgebeutet und Menschen werden zu Verschiebemasse degradiert. Das ist absolut inakzeptabel”, so der ICT-Geschäftsführer weiter.

Zerstörerische Sturzflut unterstreicht Risiko von Staudämmen in Tibet

Erst vor Kurzem hatte eine Sturzflut im Grenzgebiet von Tibet zu Nepal einmal mehr die enormen Risiken unterstrichen, die mit dem Bauen im Hochgebirge einhergehen. So fiel die wichtigste Straßenverbindung zwischen Tibet und Nepal, die sogenannte „Freundschaftsbrücke“ (Foto oben) einer enormen Flutwelle zum Opfer.

Dieses Schicksal teilte sie mit mehreren, weiter flussabwärts gelegenen Wasserkraftwerken und weiterer wertvoller Infrastruktur in der Grenzregion. Offenbar konnten sie den Naturgewalten nicht standhalten.

Die Sturzflut war ein neuerlicher Beleg dafür, dass man in einer derart instabilen Hochgebirgsregion niemals die extremen äußeren Bedingungen außer Acht lassen sollte. Und damit wirft diese jüngste Katastrophe auch ein Schlaglicht auf die enormen Risiken für Mensch und Umwelt, die mit Chinas massivem Ausbau von Staudämmen in Tibet einhergeht.

Ursache der Flutwelle war offenbar der Ausbruch eines in Tibet gelegenen Gletschersees. Dessen Wassermassen stürzten daraufhin in den Fluss Suntoshi und strömten Richtung Nepal. Die dort lebenden Menschen seien von der Sturzflut überrascht worden. Vermutlich mehrere Dutzend von ihnen verloren bei der Katastrophe ihr Leben.

WEITERE THEMEN

UNTERSTÜTZUNG
FÜR TIBET

Feiern für Dalai Lama
senden starkes Signal

HOHER
BESUCH

Tschechiens Präsident
gratuliert persönlich

ANMELDUNG NEWSLETTER

Bleiben Sie über Tibet und
die Arbeit der ICT informiert!

ANMELDUNG NEWSLETTER

Bleiben Sie über Tibet und
die Arbeit der ICT informiert!

JETZT SPENDEN

Spendenkonto
IBAN: DE24370205000003210400
BIC: BFSWDE33XXX

 

MITGLIED / UNTERZEICHNER /
MITGLIED IM TRÄGERVEREIN

  

 

JETZT FOLGEN

   

JETZT SPENDEN

Spendenkonto
IBAN: DE24370205000003210400
BIC: BFSWDE33XXX

 

MITGLIED / UNTERZEICHNER /
MITGLIED IM TRÄGERVEREIN

  

 

 

JETZT FOLGEN