Weltweite Unterstützung
für Tibet zum
Dalai Lama-Geburtstag

 

Foto: cesitibetpodporuji.cz

Am 6. Juli feierte der Dalai Lama in Dharamsala zusammen mit tausenden Tibetern und zahlreichen Ehrengästen seinen 90. Geburtstag. Erschienen war auch politische Prominenz aus Indien. Die indische Bundesregierung ließ sich gleich von zwei Ministern vertreten, mehrere Bundesstaaten hatten Vertreter entsandt.

Der Jubilar selbst saß zusammen mit der geladenen Prominenz in der Mitte einer großen Bühne vor Bildern von Nelson Mandela, Gandhi, Martin Luther King Jr. und Mutter Teresa. Die Feier markierte zugleich auch den Beginn eines „Jahres des Mitgefühls“. In ihren Ansprachen würdigten die Spitzen der tibetischen Exilregierung, Sikyong Penpa Tsering und Parlamentssprecher Khenpo Sonam Tenphel, die Verdienste des Jubilars. Gleiches taten die indischen Ehrengäste in ihren Reden.

Inmitten der geladenen Prominenz saß der Dalai Lama vor Bildern von Nelson Mandela, Gandhi, Martin Luther King Jr. und Mutter Teresa. (Foto: Tenzin Choejor/OHHDL)

Richard Gere: Der Dalai Lama gehört der ganzen Welt

Viel Beachtung fand auch der internationale Vorsitzende von ICT Richard Gere, der in seiner Ansprache sagte, der Dalai Lama gehöre nicht allein Tibet, er gehöre der ganzen Welt. Die US-Regierung hatte die stellvertretende Staatssekretärin für Indien und Bhutan Bethany Nelson nach Dharamsala entsandt. Sie verlas eine kurze Botschaft von Außenminister Marco Rubio.

Auch der Präsident von Taiwan hatte eine Botschaft geschickt. Darin wünschte er dem Dalai Lama „von Herzen Gesundheit und ein langes Leben“. Zum Schluss wurde in Dharamsala eine riesige Geburtstagstorte angeschnitten, von der der Dalai Lama das erste Stück bekam. Der Rest wurde unter den Anwesenden verteilt. Auf der Webseite des Dalai Lama vermittelt eine Bildergalerie einen guten Eindruck vom Geschehen.

Feiern auch in Deutschland

Auch an vielen anderen Orten feierte man den 90. Geburtstag des Dalai Lama. Zu einer zentralen Feier hatte die International Campaign for Tibet gemeinsam mit dem Tibethaus Deutschland, der Tibet Initiative Deutschland und dem Verein der Tibeter in Deutschland eingeladen. Die Veranstaltung fand am 6. Juli in Frankfurt am Main statt und würdigte das Lebenswerk des Dalai Lama mit einem kulturellen und spirituellen Programm.

Vertreter der vier veranstaltenden Organisationen auf der Bühne des Bornheimer Saalbaus, unter ihnen die ICT-Vorstandsvorsitzende Sabine Bömmer (8.v.l.) und die ICT-Vorstandsmitglieder Dr. Namri Dagyab (7.v.l.) und Dr. Peter Figur (9.v.l.). Ebenfalls im Bild Ehrenvorstand Prof. Dr. Jan Andersson (4.v.r.), ICT-Mitglied Dr. Alicia Hennig (6.v.l.) und ICT-Geschäftsführer Kai Müller (5.v.l.). (Foto: Stefanie Kösling)

Tibeter jeden Alters – viele von ihnen in traditionelle Festtrachten gewandet – gaben dem Saalbau Bornheim eine unverwechselbar tibetische Atmosphäre. Gruppen aus mehreren Städten führten Tänze und Musikdarbietungen vor, während die veranstaltenden Organisationen an Ständen über ihre Arbeit informierten. Zu den zahlreichen Ehrengästen gehörten der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch und der Vorsitzende der Parlamentsgruppe Tibet im Deutschen Bundestag Michael Brand.

Die Institution des Dalai Lama wird fortgeführt

Wie hier bereits berichtet, hatte der Dalai Lama sich wenige Tage vor seinem Geburtstag zur Regelung zu seiner Nachfolge geäußert. In einer vielbeachteten Stellungnahme betonte der Dalai Lama, dass er in den vergangenen 14 Jahren zahlreiche Appelle – auch aus Tibet selbst – erhalten habe. Darin sei er aufgefordert worden, die Institution des Dalai Lama fortzuführen.

Der Dalai Lama beim Verlesen seiner mit Spannung erwarteten Stellungnahme. (Quelle: OHHDL)

Die Verantwortung für die Anerkennung eines zukünftigen Dalai Lama liege ausschließlich beim Gaden Phodrang Trust, dem Büro des Dalai Lama. Niemand sonst habe das Recht, sich in diesen Prozess einzumischen, so der Dalai Lama – eine deutliche Botschaft an die kommunistischen Machthaber in Peking.

Starke innere Verbindung zum Dalai Lama

Zum 90. Geburtstag des Dalai Lama am 6. Juli fanden in aller Welt große und auch kleinere Feiern statt. Sichtbar und spürbar war dabei, wie stark die innere Verbindung ist, die viele Menschen zu dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter haben. Auf jeweils eigene Weise gilt dies sowohl für Tibeter wie auch für Nicht-Tibeter.

Eine besonders schöne Feier haben unsere Freunde von Češi Tibet podporují/Czechs support Tibet in der tschechischen Hauptstadt Prag veranstaltet. Unter einem überlebensgroßen Porträt des Dalai Lama (Foto oben) kamen viele Tibet-Unterstützer zusammen, um gemeinsam Geburtstag zu feiern. Als besonderer Blickfang diente dabei eine große Festtorte mit einer von Sahnebergen umkränzten tibetischen Nationalflagge.

Eine wahre Tibet-Festtorte: Die von Sahnebergen umkränzte tibetische Nationalflagge. (Foto: cesitibetpodporuji.cz)

Auch der Menschenrechtsdachverband FIDH bezog klar Stellung. Der Verband übernahm eine von ICT eingebrachte Resolution, in der er sein Engagement für die Rechte des tibetischen Volkes bekräftigt. Zugleich verurteilt FIDH die systematische Verletzung der Religionsfreiheit in Tibet durch die chinesische Regierung.

Unterstützung aus der Politik

Und die internationale Gemeinschaft ist offenbar zumindest teilweise bereit, sich ihrer Verantwortung zu stellen. So bezogen wenige Tage vor dem Geburtstag des Dalai Lama 34 Abgeordnete des Europaparlaments Position gegen Versuche Pekings, sich in die Nachfolge des Dalai Lama einzumischen. In einer gemeinsamen Erklärung forderten die Parlamentarier eine entschiedenere Haltung der Europäischen Union und ihrer Mitgliedstaaten.

Diese sollten klarstellen, dass allein der Dalai Lama „über seine Reinkarnation gemäß der tibetischen religiösen Tradition entscheiden“ könne. Außerdem sollten sie deutlich machen, dass jede Einmischung der chinesischen Regierung in die Nachfolge des Dalai Lama „ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen“ würde.

Unterstützung für Tibet kam auch von der „Inter-Parliamentary Alliance on China“ (IPAC). Der weltweite Zusammenschluss von Parlamentariern veröffentlichte eine Stellungnahme, in der die Position des Dalai Lama in der Frage seiner Nachfolge ausdrücklich verteidigt wurde.

Veranstaltungen in aller Welt

Der 90. Geburtstag des Dalai wurde tatsächlich in weiten Teilen der Welt gefeiert. Zwar können die Menschen in Tibet angesichts massiver Drohungen dies nur im Stillen tun, doch dafür fanden in allen tibetischen Siedlungen in Indien große Feiern statt.

Und im Rest der Welt war es nicht anders. Ob in der Schweiz, in Belgien, in Frankreich oder in Großbritannien, ob in Italien oder in Österreich, aus vielen europäischen Ländern wurde ebenso über Geburtstagsfeiern berichtet wie aus Südkorea oder Australien. Und selbstverständlich durften die Vereinigten Staaten dabei nicht fehlen. So wurde der 90. Geburtstag des Dalai Lama im US-Kongress bereits im Juli gefeiert. Und auch am Times Square in New York kamen die Menschen zu diesem Anlass zusammen.

Auch in Nepal können die Tibeter feiern

Eine weitere, schöne Geburtstagsfeier für den Dalai Lama fand in Nepals Hauptstadt Kathmandu statt. Wie die „Tibetan Review“ berichtet, verzichteten die Behörden in diesem Jahr darauf, die Feier der tibetischen Gemeinde zu unterbinden, wie es in der Vergangenheit häufig der Fall war.

Geburtstagsfeier für den Dalai Lama in Nepals Hauptstadt Kathmandu. (Quelle: Tibetan Review)

Offenbar nahmen auch Botschafter und Vertreter mehrerer westlicher Staaten sowie Beamte des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR) an der Veranstaltung teil. Der Dalai Lama war dabei in Gestalt eines lebensgroßen Bildes symbolisch anwesend.

 

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