Millionen Tibeter
von Zwangsarbeit und
Umsiedlungen betroffen

 

Quelle: chinadaily.com.cn*

Am 22. Januar 2026 veröffentlichten mehrere unabhängige UN-Experten eine Stellungnahme, in der sie ihre tiefe Besorgnis über anhaltende Vorwürfe von staatlich organisierter Zwangsarbeit in China zum Ausdruck bringen. Neben Tibetern seien auch Angehörige der uigurischen, kasachischen und kirgisischen Gemeinschaften von den systematischen Zwangsarbeits- und Umsiedlungsprogrammen betroffen.

„Es gibt ein anhaltendes Muster von mutmaßlich staatlich auferlegter Zwangsarbeit mit ethnischen Minderheiten in mehreren Provinzen in China“, so die Experten. „In vielen Fällen sind die Zwangselemente so schwerwiegend, dass sie einer gewaltsamen Überstellung und/oder Versklavung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleichkommen können.“

Die Arbeits- und Landtransfers dienten ausdrücklich dem Ziel, die kulturelle Identität von Tibetern und anderen unter dem Deckmantel der Armutsbekämpfung „neu zu formen“.

Militärähnliche Trainingsmethoden, massive Zwangselemente

Die UN-Experten stellen fest, dass auch in Tibet staatlich gesteuerte Programme wie der sogenannte „Training and Labour Transfer Action Plan“ eingesetzt werden, um angebliche „ländliche Überschussarbeitskräfte“ zwangsweise umzuschulen und in andere Regionen oder Arbeitsverhältnisse zu transferieren.

Diese Programme seien mit militärähnlichen Trainingsmethoden und massiven Zwangselementen verbunden. Für das Jahr 2024 schätzen die Experten, dass nahezu 650.000 Tibeter von solchen Arbeitsverlagerungen betroffen waren.

„Dass UN-Experten so klar benennen, dass auch Tibeterinnen und Tibeter systematisch Zwangsarbeit und Zwangsumsiedlungen ausgesetzt sind, ist von enormer Bedeutung“, erklärt Kai Müller, Geschäftsführer der International Campaign for Tibet in Deutschland. „Diese Maßnahmen dienen nicht der Armutsbekämpfung, sondern der gezielten Auflösung traditioneller Lebensweisen und sozialer Strukturen in Tibet. Tibeter haben keine Chance, sich wirksam dagegen zu wehren.“

Erzwungene Zustimmung

Besondere Besorgnis äußern die UN-Experten über das sogenannte „Whole Village Relocation“-Programm, mit dem tibetische Dorfgemeinschaften geschlossen umgesiedelt werden. Die Experten beschreiben, wie staatlicher Zwang eingesetzt wird, um Zustimmung zu erzwingen – unter anderem durch wiederholte Hausbesuche, implizite Strafandrohungen, das Unterbinden von Kritik oder die Drohung, grundlegende Dienstleistungen zu entziehen.

Nach Angaben der UN-Experten waren zwischen 2000 und 2025 rund 3,36 Millionen Tibeter von Programmen betroffen, die Nomaden zur Sesshaftigkeit zwingen. Offizielle chinesische Statistiken sprechen zudem von etwa 930.000 umgesiedelten auf dem Lande lebenden Tibetern im Rahmen von Dorf- oder Einzelhaushaltsumsiedlungen.

„Diese Programme greifen tief in das Leben der Menschen ein: Sie zerstören traditionelle Lebensgrundlagen, trennen Gemeinschaften und untergraben Sprache, Kultur und religiöse Praxis“, so Müller. „Was hier als Entwicklungspolitik dargestellt wird, ist in Wirklichkeit eine Form tiefgreifender sozialer und kultureller Zwangsmaßnahmen.“

Erkenntnisse der UN-Experten müssen Konsequenzen haben

UN-Experten machen zudem auf die globale Dimension aufmerksam: Produkte, die unter Bedingungen von Zwangsarbeit hergestellt werden, könnten über Drittländer in internationale Lieferketten gelangen. Sie fordern Unternehmen und Investoren dazu auf, ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht gemäß den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte konsequent nachzukommen.

Die International Campaign for Tibet schließt sich der Forderung der UN-Experten nach ungehindertem Zugang unabhängiger UN-Menschenrechtsmechanismen nach China und Tibet an. Gleichzeitig appelliert ICT an die deutsche Bundesregierung, die Europäische Union und internationale Partner, die Erkenntnisse der UN-Experten ernst zu nehmen und politische sowie wirtschaftliche Konsequenzen zu ziehen.

* Das oben verwendete Bild illustriert anschaulich die Darstellung der Zwangsumsiedlungen in der chinesischen Propaganda. Es zeigt die sogenannte «Sinpori Ecological Relocation Site» im tibetischen Landkreis Gongkar, wo – laut einem Artikel der chinesischen Propagandamedien aus dem Jahr 2022 – mehr als 26.000 Tibeter zwangsangesiedelt werden sollten.

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