Appell zum
Internationalen
Antifoltertag

Quelle: Phayul

Heute – am Internationalen Tag zur Unterstützung der Folteropfer – gedenkt die International Campaign for Tibet der Menschen, die in Tibet Folter erleiden mussten und müssen. Denn leider ist Folter in Tibet nach wie vor an der Tagesordnung, wie sich beispielhaft am Fall des tibetischen Mönchs Choekyi zeigen lässt, der der im Januar nach dreieinhalb Jahren Haft schwerkrank aus dem Gefängnis entlassen wurde. Choekyis Gesundheit hatte im Gefängnis offenbar so ernsten Schaden genommen, dass er am 18. Januar 2019 fünf Monate vor Ende seiner vierjährigen Haftstrafe entlassen wurde. Möglicherweise wollte die Gefängnisleitung damit verhindern, dass er in der Haft stirbt. Dennoch wurde ihm zunächst die nötige medizinische Behandlung verwehrt. Bereits vor seiner Inhaftierung hatte Choekyi an einem Nierenleiden und weiteren Gesundheitsbeschwerden gelitten. Im Gefängnis wurde er zu schwerer körperlicher Arbeit gezwungen und in Einzelhaft gehalten. Folter und Misshandlung im bei Chengdu gelegenen Mianyang-Gefängnis beeinträchtigten seine Gesundheit Berichten zufolge zusätzlich. Choekyis „Verbrechen“ hatte übrigens darin bestanden, dass er ein T-Shirt trug, mit dem er den 80. Geburtstag des Dalai Lama feiern wollte. Zudem hatte er in sozialen Medien Glückwünsche gepostet.

ICT hat in der Vergangenheit eine Reihe von Fällen tibetischer Gefangener dokumentiert, die offenbar nach in der Haftzeit erlittener Folter und Misshandlung vorzeitig entlassen wurden. Einige von ihnen starben nach ihrer Haftentlassung, wie etwa der Tibeter Goshul Lobsang, der im März 2014 an den Folgen von Schlägen, Schlafentzug und Hunger in seinem Heimatort verstarb. Der Anti-Folter-Ausschuss der Vereinten Nationen hatte 2015 mit großer Besorgnis unter anderem festgestellt (pdf), dass Folter und Misshandlung nach wie vor im chinesischen Strafverfolgungssystem „fest verwurzelt“ seien.

Die International Campaign for Tibet fordert ein Ende von Folter und Misshandlung in Tibet. Gefangene müssen auch nach Haftentlassung Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten. Für während der Haftzeit erlittene Misshandlungen müssen sie entschädigt werden. Und nicht zuletzt müssen die für diese Verbrechen Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden!

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