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Löbliche Kehrtwende: Süddeutsche Zeitung verzichtet auf chinesische Propagandabeilage

16 Mai
16. Mai 2018

Von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt hat sich die Süddeutsche Zeitung allem Anschein nach dazu entschlossen, keine weiteren Beilagen des chinesischen KP-Blattes „China Daily“ mehr zu verbreiten. Die Nachricht von der Einstellung der – mutmaßlich äußerst lukrativen – Geschäftsbeziehung fand sich gut versteckt in einem Seite 3-Artikel des China-Korrespondenten der SZ, in dem es hieß, bei der Schaltung der „China Watch“-Beilage habe es sich um eine einmalige Angelegenheit gehandelt. Noch im November 2017 hatte das ganz anders geklungen. In Reaktion auf unsere Kritik hatte die Geschäftsleitung in einer E-Mail-Nachricht an ICT schriftlich ihre Absicht erklärt, die Beilage zukünftig „zweimonatlich“ zusammen mit ihrer Druckausgabe zu verbreiten. Somit wären in diesem Jahr mindestens zwei weitere Ausgaben von „China Watch“ fällig gewesen, hätte man sich bei der SZ nicht offensichtlich eines Besseren besonnen.

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Süddeutsche Zeitung riskiert ihre Glaubwürdigkeit

25 Nov
25. November 2017

Etwas mehr als eine Woche ist es her, dass wir uns mit der Beilagenschaltung durch das chinesische Staatsblatt China Daily in der Süddeutschen Zeitung befasst haben. Inzwischen hat die Geschäftsführung der Süddeutschen Zeitung auf unser Schreiben geantwortet. Der Inhalt ist so erwartbar wie enttäuschend: die Süddeutsche Zeitung werde weiter Beilagen von China Daily schalten. Redaktion und Werbung seien bei der Süddeutschen Zeitung getrennt. Grund für Sorge um die kritische Berichterstattung aus China gebe es nicht.

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Die Internationale der Desinformation

24 Feb
24. Februar 2016

Interessante Parallelen zwischen China und Russland ergeben sich, wenn man einen genauen Blick auf die in beiden Ländern staatlich gelenkte Medienpropaganda wirft. So erwartet jeden, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Tibetfrage und den Menschenrechten in China befasst hat, ein besonderes Déjà-Vu-Erlebnis bei der Lektüre eines Artikels des russischen Medienaktivisten Alexej Kowaljow auf seinem Blog „Noodleremover“. Unter dem Titel „Die für den Westen sprechen“ (hier in der Übersetzung von „Dekoder“) schreibt Kowaljow über die Rolle von Verschwörungstheoretikern und Obskuranten aus dem Westen. Es handelt sich dabei im Wesentlichen um die immer gleichen Darsteller der Propagandainszenierung der russischen Staatsmedien. Hervorzuheben sind hier vor allem der kanadische Wirtschaftsprofessor Michel Chossudowsky mit seiner Webseite „Global Research“ und der vermeintliche Politik-Experte William F. Engdahl. Kowaljow schreibt recht ausführlich über die fragwürdigen Verbindungen dieser Personen zum Eurasien-Ideologen Dugin und anderen rechtslastig-autoritären Kreisen.

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