Bericht betont
Parallelen zwischen
Tibet und Xinjiang

 

Quelle: Screenshot ZDF

Nicht häufig findet das deutsche Fernsehen so deutliche Worte zu den Verbrechen der chinesischen Führung wie vor einer Woche das ZDF „auslandsjournal“. Der Beitrag von Ulf Röller und Stefanie Schoeneborn über die Unterdrückung in der Uigurenregion Xinjiang (Ost-Turkestan) trug den kaum misszuverstehenden Titel „Chinas Völkermord“.

„Eingesperrt wegen ihres Glaubens: muslimische Minderheiten in Xinjiang. China steckt sie in Umerziehungslager – und der Westen schaut zu. Warum das gefährlich ist,“ heißt es im Antexter des ZDF.

Aufhänger der Sendung waren die sogenannten „Xinjiang Police Files“, interne chinesische Polizeiberichte, die ein unbekannter Whistleblower von Computern der Regierung kopiert und an westliche Forscher weitergeleitet hatte. Im ZDF-Beitrag heißt es dazu: „Tausendfach beweisen sie das Schicksal der Gefangengen und belegen die Masseninternierungen und kulturelle Vernichtung der muslimischen Minderheit. Sie beweisen auch: die Befehle kommen von Präsident Xi selbst.“

Der Beitrag von Ulf Röller und Stefanie Schoeneborn hebt sich durch seine klare Sprache und eindeutige Positionierung auf der Seite der Opfer von Pekings Unterdrückungsapparat wohltuend ab von anderen Berichten, die sich – der erdrückenden Indizienlage zum Trotz – nicht selten in Relativierungen und Abschwächungen ergehen.

Und er lässt die Opfer für sich selbst sprechen. Menschen wie den Uiguren Mamuti Abdudureyimu etwa, dem die Flucht nach Australien gelang. Doch seine Frau Muherrem und seine Kinder fielen den Behörden in die Hände, „seit fünf Jahren ist Mamuti Abdudureyimu von seiner Familie getrennt – kein Foto, kein Wort, kein Lebenszeichen“, heißt es in dem Film.

Besonders begrüßenswert ist, dass Röller und Schoeneborn in ihrem Beitrag die Parallelen zwischen der Situation in Tibet und Xinjiang betonen. So kommt darin neben dem ehemaligen tibetischen politischen Gefangenen Dhondup Wangchen auch ICT-Geschäftsführer Kai Müller zu Wort. In Pekings „Frontalangriff“ erkennt er einen Testfall dafür, „wie die internationale Gemeinschaft auf diese Politik der Kommunistischen Partei reagiert“.

Lediglich an einem Punkt ist den ZDF-Reportern deutlich zu widersprechen. Dort nämlich, wo sie schreiben: „China hat schon einmal eine ganze Kultur vor den Augen der Weltöffentlichkeit vernichtet: die Tibeter.“ Wäre dies tatsächlich der Fall, könnten wir nicht regelmäßig von Fällen wie denen von Dhondup Wangchen und anderen Tibetern berichten, die verhaftet wurden, weil sie sich für den Erhalt von Tibets Identität und Kultur eingesetzt hatten.

Und sie sind keine Einzelfälle. Auch mehr als 70 Jahre nach der militärischen Eroberung Tibets durch die Truppen des kommunistischen China bekennen sich die Menschen in Tibet zu ihrer Sprache und Kultur. Sie widersetzen sich einer Politik, die auf die Auslöschung des Tibetischen und die erzwungene Assimilation an eine Art han-chinesisch kommunistischer „Leitkultur“ abzielt.

Und trotz der damit verbundenen enormen Risiken versuchen sie, ihre religiösen Traditionen zu pflegen, notfalls heimlich und im Privaten. Nach wie vor genießt der Dalai Lama in Tibet breite Verehrung durch Jung und Alt. Es ist nicht zuletzt die massive Repression durch Pekings Vertreter in Tibet, die dies eindrucksvoll unter Beweis stellt.

Wenn die chinesischen Behörden auch 63 Jahre nach der Flucht des Dalai Lama ins indische Exil mit wachsendem Ingrimm Häuser, Wohnungen und Mobiltelefone nach Bildern und Texten des geistlichen Führers der Tibeter durchsuchen lassen, wird zumindest das Eine klar: Tibets Kultur ist nicht vernichtet worden, sie lebt fort in den Herzen der Menschen, die nicht aufhören, der Unterdrückung friedlich Widerstand zu leisten.

 

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