Berlin, 2. Dezember 2025. Die International Campaign for Tibet (ICT) begrüßt das heute veröffentlichte formelle Schreiben („Communication“) von sechs Sonderberichterstattern und einer Arbeitsgruppe der Vereinten Nationen an die chinesische Regierung. Darin äußern die unabhängigen Menschenrechtsexperten ihre Besorgnis über die fortdauernde Inhaftierung des tibetischen Umweltverteidigers und Antikorruptionsaktivisten Anya Sengdra.

In ihrem Schreiben thematisieren sie insbesondere die offensichtlich willkürliche Verlängerung der Haftstrafe Sengdras. Seine siebenjährige Haftstrafe hätte eigentlich bereits im September enden müssen. Stattdessen erschienen Berichte, denen zufolge sie wegen angeblicher Straftaten Sengdras im Gefängnis verlängert worden sei. Die UN-Experten sorgen sich zudem ausdrücklich um den Gesundheitszustand des Umweltverteidigers, der sich „in der Haft rapide und ernsthaft verschlechtert“ habe.

Vor ihrem aktuellen Schreiben hatten sich die UN-Experten bereits mehrfach hinsichtlich Anya Sengdras an die chinesische Regierung gewandt. Offen äußern sie nun ihren Verdacht zu den Gründen für seine Festnahme im September 2018 und die jahrelange Inhaftierung: „Die gegen ihn erhobenen Anklagen scheinen eine Vergeltungsmaßnahme für sein Engagement bei der Mobilisierung der Gemeindemitglieder gegen illegalen Bergbau, Wilderei und Korruption in der lokalen Regierung zu sein.“

Die UN-Sonderberichterstatter erkennen im Vorgehen der chinesischen Behörden ein umfassenderes „Muster von Repressalien gegen Umweltschützer in Tibet, insbesondere gegen diejenigen, die an vorderster Front gegen großangelegte Bergbau- und Wasserkraftprojekte kämpfen.“ Sie seien „zutiefst besorgt über die offensichtliche Kriminalisierung der legitimen Arbeit eines Angehörigen einer Minderheit und Umweltschützers“.

ICT-Geschäftsführer Kai Müller würdigte den Einsatz der Sonderberichterstatter für Anya Sengdra: „Mit ihrem Schreiben an die Adresse Pekings machen die UN-Experten deutlich, dass Chinas anhaltende und systematische Menschenrechtsverletzungen in Tibet als solche wahrgenommen werden. Es ist wichtig, die chinesische Führung auf ihre rechtlichen Verpflichtungen hinzuweisen und deren Verletzungen anzuprangern.“

Dabei allein dürfe es aber nicht bleiben, so Müller: „Die internationale Gemeinschaft sollte sich ebenfalls für Anya Sengdra einsetzen und so ein Signal nach Peking senden. Auch die deutsche Bundesregierung und andere Staaten sollten Druck auf Peking ausüben und sich für Sengdras Entlassung aus der Haft einsetzen. Korruption und Umweltverschmutzung anzuprangern ist das gute Recht jedes Menschen, nichts daran sollte bestraft werden, schon gar nicht mit jahrelanger Haft in einem chinesischen Gefängnis“, sagte der ICT-Geschäftsführer.

Die International Campaign for Tibet setzt sich seit Langem schon für die Freilassung von Anya Sengdra ein. Zuletzt forderte auch der Menschenrechtsdachverband FIDH Ende Oktober auf seiner Mitgliederversammlung die Freilassung des tibetischen Umweltverteidigers aus chinesischer Haft. ICT gehört dem Verband seit vielen Jahren an.

Kontakt:

Kai Müller
Geschäftsführer
Tel.: +49 (0) 30 27 87 90 86
E-Mail: presse(at)savetibet.de
Bluesky: @savetibetde.bsky.social

International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
10435 Berlin
www.savetibet.de

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 

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