Berlin, 25. März 2026. Die International Campaign for Tibet (ICT) zeigt sich erschüttert über den Tod des 25‑jährigen Mönchs Samten aus dem Ditsa Geden Tashi Choedingling Kloster im Nordosten Tibets. Nach übereinstimmenden Berichten wurde Samten bereits seit 2021 polizeilich überwacht, nachdem er auf WeChat Fotos zur demokratischen Wahl der tibetischen Exilregierung geteilt hatte. ICT ist in Sorge, dass der Tod Samtens die Folge von Folter und Misshandlung in Haft ist. Seit wann und mit welchem Vorwurf er sich in Haft befand, ist aufgrund der schwierigen Informationslage unbekannt.
Im Dezember 2025 übergaben Behörden seinen leblosen Körper an das Kloster und erklärten, er sei „plötzlich erkrankt“ und während eines angeblichen Nottransports verstorben. Quellen vor Ort vermuten hingegen, dass Samten während eines Verhörs schwer misshandelt wurde. Die Mönche wurden angewiesen, keinerlei Informationen über den Todesfall weiterzugeben.
Die Umstände fügen sich in ein breiteres Muster der Repression: Bereits 2021 vertrieben die Behörden dutzende minderjährige Mönche aus Ditsa und dem Kloster Jakyung; rund um den 90. Geburtstag des Dalai Lama im Juli 2025 wurden Klöster durchsucht, politische „Schulungen“ erzwungen und Gläubige eingeschüchtert.
Kai Müller, Geschäftsführer der International Campaign for Tibet, erklärt:
„Die chinesischen Behörden müssen unverzüglich eine unabhängige Untersuchung zulassen. Wir sind in großer Sorge über die seit vielen Jahren beständig wiederkehrenden Todesfälle von Tibetern in oder unmittelbar nach chinesischer Haft. Der Tod des Mönchs Samten ist mit hoher Wahrscheinlichkeit Teil dieses Musters.“
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.
