Berlin, 4. Februar 2026. Die International Campaign for Tibet (ICT) begrüßt die deutliche Berücksichtigung der Menschenrechtslage in Tibet im heute veröffentlichten Jahresbericht von Human Rights Watch (HRW). In einer Pressemitteilung spricht die Organisation von einer sich verschärfenden Unterdrückung in China, die auch auf das Ausland übergreife. Explizit hervorgehoben wird etwa die „massive Unterdrückung der Rechte von Tibetern“.
Im Länderkapitel „China und Tibet“ heißt es: „Die chinesischen Behörden verweigern systematisch das Recht auf freie Meinungsäußerung, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit sowie Religionsfreiheit und verfolgen Regierungskritiker.“ Die „verschärfte ideologische Kontrolle durch die Kommunistische Partei Chinas“ gehe einher mit einer „brutalen Zwangsassimilation der Tibeter und Uiguren“.
ICT-Geschäftsführer Kai Müller sagte dazu: „Die systematischen und massiven Menschenrechtsverletzungen Chinas in Tibet, in der Uigurenregion Ostturkestan, gegenüber der eigenen Bevölkerung, die Abwicklung von Demokratie und Rechtsstaat in Hongkong – sie finden im Diskurs über China leider immer seltener statt. Umso wichtiger ist es, dass Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch oder ICT den Finger in die Wunde legen und die anhaltende brutale Unterdrückungspolitik Pekings klar benennen.“
Dabei dürfe es aber nicht bleiben, so Müller weiter: „Menschenrechtsverletzungen müssen Konsequenzen haben. Die deutsche und die internationale Politik dürfen Chinas brutales Vorgehen in Tibet, Ostturkestan, Hongkong und anderswo nicht hinnehmen und einfach so akzeptieren. Erforderlich ist ein konsequentes Eintreten für die Opfer von Pekings Unterdrückung. Menschenrechte sind ein unverzichtbarer Teil der regelbasierten internationalen Ordnung. Wer diese Ordnung verteidigen will, der darf nicht hasenfüßig gegenüber den Autokratien dieser Welt auftreten.“
Im Tibet gewidmeten Unterkapitel schreiben die Autoren von HRW: „Die chinesische Regierung setzt ihre äußerst repressive Politik in Tibet fort, darunter Maßnahmen, die die Tibeter zur Assimilation zwingen, wie die Schikanierung und Inhaftierung tibetischer Pädagogen und die Schließung von Schulen, die die tibetische Sprache und Kultur fördern. Xi Jinping besuchte Tibet im August und forderte den tibetischen Buddhismus auf, sich ‚an die sozialistische Gesellschaft anzupassen‘, was auf eine weitere Einmischung des Staates in die Religion hindeutet.“
Der HRW-Bericht geht auch auf den 90. Geburtstag des Dalai Lama im Juli ein. Die chinesischen Behörden seien hart gegen Versuche von Tibetern vorgegangen, diesen zu feiern: „Die wenigen Berichte, die nach außen drangen, deuteten darauf hin, dass die Behörden Verhaftungen vornahmen und die Beschränkungen in den Kirti-Klöstern in den Präfekturen Ngawa und Gannan sowie im Tsang-Kloster in der Präfektur Tsolho verschärften, wo die Einschüchterung durch die Behörden Berichten zufolge im August zum Selbstmord des leitenden Mönchs Geshe Sherzang Gyatso führte.“
Ein weiterer Punkt in dem Kapitel ist dem verdächtigen Tod eines tibetischen Lamas Humkar Dorje Rinpoche gewidmet, der im März in Vietnam starb, nachdem er Berichten zufolge aus Tibet geflohen war. Er ereignete sich inmitten „zunehmender Berichte über transnationale Repressionen der chinesischen Regierung“.
Der HRW-Bericht erwähnt auch das „Verschwindenlassen“ der jungen chinesischen Studentin Zhang Yadi, der die chinesischen Machthaber „Anstiftung zum Separatismus“ vorwerfen, weil sie sich für die Rechte der Tibeter einsetzte. In der bereits erwähnten Pressemitteilung fordert HRW die chinesische Regierung abschließend unter anderem dazu auf, „unabhängigen Beobachtern Zugang nach Tibet“ zu gewähren.
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.
