Berlin, 20. März 2026. Die International Campaign for Tibet (ICT) warnt vor einer neuen Dimension staatlicher Propaganda der Volksrepublik China: Mit DeepZang, einem neuen „tibetischen“ Großsprachenmodell, nutzt die chinesische Regierung künstliche Intelligenz, um ihre politische Propaganda über Tibet weltweit zu verbreiten und zu festigen.
Laut einer aktuellen ICT‑Analyse präsentiert sich DeepZang zwar als Plattform für Informationen über tibetische Kultur und Geschichte, verfolgt jedoch in Wahrheit das Ziel, eine staatlich gelenkte Version der Realität in Tibet durchzusetzen.
Bereits einfache Suchanfragen – etwa nach „Tibet“ – führen in DeepZang zu hochpolitisierten Antworten, die vollständig der Linie der Kommunistischen Partei Chinas (KP) entsprechen. Das System behauptet unter anderem, Tibet sei „seit dem Altertum ein untrennbarer Teil Chinas“ und rechtfertigt die KP-Bezeichnung „Xizang“ als angeblich historisch angemessener.
Antworten zum Dalai Lama reproduzieren nahezu wortgleich die offizielle chinesische Propaganda: Seine Aktivitäten seien „nicht im Einklang mit chinesischen Gesetzen und politischen Vorgaben“. Das System legt damit klar den Anspruch Pekings offen, mittels KI die eigene Deutungshoheit über Tibet global durchzusetzen.
Die ICT-Analyse verortet DeepZang im Kontext einer seit Jahren laufenden Propagandakampagne der KP, die darauf abzielt, die tibetische Kultur und Identität zu untergraben, die internationale Wahrnehmung Tibets zu verzerren und kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Frühere ICT‑Berichte dokumentierten bereits umfassende Maßnahmen, darunter die Ersetzung des Namens „Tibet“ durch „Xizang“, orchestrierte Medienreisen und eine massive Präsenz prochinesischer „Influencer“. Mit DeepZang erreicht dieser Ansatz nun auch den Bereich der künstlichen Intelligenz und damit Millionen globaler Nutzerinnen und Nutzer.
„DeepZang ist kein technisches Kulturprojekt, sondern ein weiterer Versuch der chinesischen Regierung, die politische Realität Tibets zu verschleiern. Es ist Propaganda im Gewand künstlicher Intelligenz.“, kommentiert die International Campaign for Tibet. Die Organisation fordert Regierungen, Medien und Technologieunternehmen auf, KI‑Systeme aus autoritären Staaten kritisch zu prüfen und gegen manipulative Informationssysteme entschieden vorzugehen.
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.
