Berlin, 25.08.2026. Aktuelle Foto- und Satellitenaufnahmen belegen, dass die chinesischen Behörden ihre jüngste Abrisswelle von Mönchsunterkünften an der buddhistischen Akademie „Serthar Larung Five Sciences“ – allgemein bekannt als Larung Gar – fortsetzen. Die Akademie liegt in der tibetischen autonomen Präfektur Kardze (Provinz Sichuan).
Die International Campaign for Tibet (ICT) hatte bereits zuvor über die am 13. Juli von den Behörden eingeleitete Abrissaktion in Larung Gar berichtet, einer der weltweit größten Akademien des tibetischen Buddhismus. Am 13. und 14. August aufgenommene Fotos und Videos sowie Satellitenbilder – die im Auftrag von ICT und Radio Free Asia (RFA) erstellt wurden – zeigen die systematische Zerstörung der Mönchsunterkünfte in Larung Gar.
Aus Sicht von ICT geht die physische Zerstörung von Wohnunterkünften für Mönche und Nonnen in Larung Gar mit einer anhaltenden ideologischen Kampagne einher, die darauf abzielt, den tibetischen Buddhismus zu „sinisieren“ und die religiöse sowie kulturelle Identität der Tibeter zu untergraben. Gleichzeitig wird eine staatlich verordnete nationale Identität durchgesetzt, deren Schwerpunkt auf der Loyalität gegenüber der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) liegt. In Verbindung mit ständiger politischer Indoktrination stören die Abrissmaßnahmen das gemeinsame Studium und das religiöse Leben in Larung Gar und verhindern damit, dass die Akademie autonom als tibetisch-buddhistisches Lehrzentrum arbeiten kann.
„Die Zerstörungen in Larung Gar sind nicht bloß der Abriss von Gebäuden; sie sind Teil einer umfassenderen, systematischen Kampagne, um den tibetischen Buddhismus unter die Kontrolle der KPCh zu bringen. Indem die chinesische Regierung Unterkünfte abreißt, die das gemeinsame buddhistische Studium ermöglichen, und die Ordensangehörigen zugleich unerbittlicher politischer Indoktrination aussetzt, greift sie sowohl die physischen Grundlagen des religiösen Lebens, als auch die tibetischen Glaubensvorstellungen, die Identität und die Gemeinschaft an, die auf diesen Grundlagen beruhen.“, erklärte ICT-Präsidentin Tencho Gyatso.
„ICT fordert die internationale Gemeinschaft auf, dringend einzugreifen und auf einen sofortigen Stopp der Abrissarbeiten, einen unabhängigen Zugang zu Larung Gar sowie den Schutz der dort lebenden Mönche, Nonnen und Bewohner zu drängen. Zudem appelliert ICT an Politiker und Regierungen weltweit, das Thema Larung Gar direkt bei den chinesischen Behörden anzusprechen und diese für Verletzungen der Religionsfreiheit sowie der kulturellen Rechte der Tibeter zur Rechenschaft zu ziehen“, so Gyatso weiter.
Fotos vom 13. August zeigen Abrisskolonnen, die gezielt gegen Unterkünfte von Ordensangehörigen vorgehen, während hochauflösende Satellitenaufnahmen vom 27. Juli belegen, dass sich die Abrissarbeiten auf den Bereich um das Zentrum der Akademie konzentrierten. Aufnahmen vom 14. August, die RFA vorliegen, zeigen ein bereits abgerissenes Areal im Zentrumsbereich, wobei die geschwungene Straße, die zu den zentralen Gebäuden führt, geräumt wurde – ein weiterer Beleg dafür, dass die Abrissarbeiten auch nach dem 27. Juli fortgesetzt wurden.
Wie ICT durch verschiedene Quellen bestätigt wurde, sollte die aktuelle Phase der Abrissarbeiten bis zum 20. August abgeschlossen sein. ICT befürchtet jedoch, dass eine weitere Abriss-Phase folgen könnte, da die Behörden als Zielvorgabe den Abriss von mindestens 1.060 Unterkünften ausgegeben hatten. Trotz verschärfter Überwachung sowie Einschränkungen der Kommunikation und Bewegungsfreiheit wird ICT die Entwicklungen in Larung Gar weiterhin genau beobachten.
Weitere Hintergrundinformationen und Fotos finden Sie in unserem englischsprachigen Bericht.
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