Berlin, 15.05.2026. Vor 31 Jahren, am 17. Mai 1995 entführten die chinesischen Behörden den damals sechsjährigen tibetischen Jungen Gedhun Choekyi Nyima. Nur wenige Tage zuvor hatte der Dalai Lama ihn als Tibets 11. Panchen Lama, und damit als einen der höchsten Würdenträger des tibetischen Buddhismus, anerkannt.
Am Vorabend des 31. Jahrestags dieses Verbrechens der KP Chinas fordert die International Campaign for Tibet (ICT) weiterhin mit Nachdruck die Freilassung des Panchen Lama und seiner Familie. Gemeinsam mit Tibetern und Tibet-Unterstützern in aller Welt verlangt ICT, dass Peking die Entführung von Tibets Panchen Lama eingesteht und der Welt mitteilt, wo er festgehalten wird.
ICT ruft Regierungen sowie die gesamte internationale Gemeinschaft dazu auf, Druck auf die chinesische Regierung auszuüben, damit diese Beweise für die Sicherheit und das Wohlergehen des Panchen Lama vorlegt. Während Tibeter im Exil im vergangenen Monat den 37. Geburtstag des Panchen Lama feierten, sind weder er noch seine Eltern seit ihrer Entführung durch China im Jahr 1995 öffentlich in Erscheinung getreten.
Die Weigerung der KP-Machthaber, Informationen über den Verbleib des Panchen Lama preiszugeben, ist Teil ihrer anhaltenden Kampagne der Unterdrückung und kulturellen Assimilation in Tibet. Rückblickend war die Entführung des Panchen Lama im Jahr 1995 ihr erster Schritt ihres Plans, sich in die Nachfolge des Dalai Lama einzumischen.
Nach der Entführung von Gedhun Choekyi Nyima setzten die chinesischen Behörden einen anderen tibetischen Jungen, Gyaltsen Norbu, in seine Rolle ein. ICT geht davon aus, dass Peking eine ähnliche Taktik anwenden wird, um sich in die Wahl des 14. Dalai Lama durch die Tibeter einzumischen, wenn die Zeit gekommen ist.
Chinas sogenanntes Gesetz über „ethnische Einheit“, das am 1. Juli in Kraft tritt, sowie der 15. Fünfjahresplan der VR China zeigen klar, in welche Richtung die chinesische KP gehen möchte. Ganz offensichtlich geht es darum, Chinas nationale und internationale Menschenrechtsverpflichtungen zu unterlaufen und die Zerstörung des einzigartigen sprachlichen, religiösen und kulturellen Erbes Tibets zu beschleunigen.
China hält Tibet, ein vor Einmarsch chinesischer Truppen unabhängiges Land, seit über 60 Jahren illegal besetzt. Seit 2010 weigert sich die KP, mit Vertretern der Tibeter über eine dauerhafte Vereinbarung zum Status Tibets zu verhandeln. Die chinesischen Behörden verweigern dem Dalai Lama – dem spirituellen Oberhaupt des tibetischen Buddhismus und einer der weltweit am meisten verehrten Persönlichkeiten – zudem seit mehr als sechs Jahrzehnten die Rückkehr nach Tibet, seit sie ihn 1959 ins Exil zwangen.
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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.
