Berlin, 17. September 2026. Eine neue Bedrohungsanalyse des KI-Unternehmens Anthropic liefert Belege dafür, dass offensichtlich staatlich gelenkte Akteure aus China den KI-Chatbot Claude gezielt einsetzen, unter anderem um die tibetische Exilregierung, tibetische Buddhisten, Menschenrechtsorganisationen wie die Internationale Campaign for Tibet (ICT) und Students for a Free Tibet (SFT) zu überwachen – und dabei zugleich Pekings politische Propaganda über Tibet zu verbreiten.

Der Bericht „Detecting and countering misuse of AI: September 2026“ dokumentiert Aktivitäten, die Anthropic zwischen Dezember 2025 und August 2026 auf Claude festgestellt hat. Er liefert Belege für KI-gestützte Überwachung von Tibeterinnen und Tibetern, Uigurinnen und Uiguren sowie Taiwanerinnen und Taiwanern durch Akteure, die unter anderem der Vereinigten Front der Kommunistischen Partei Chinas und dem Ministerium für Staatssicherheit nahestehen.

„KI-gestützte Überwachung der tibetischen Exilregierung, von Menschenrechtsorganisationen und tibetischen Buddhisten hebt transnationale Repression auf eine neue Stufe“, erklärte ICT-Geschäftsführer Kai Müller. „KI-Unternehmen müssen verhindern, dass ihre Technologien zu Werkzeugen autoritärer Überwachung werden.“

Anthropic fand zudem Belege, dass Operatoren Claude anwiesen, „Chinas Standpunkt“ einzunehmen und die tibetische Exilverwaltung als „illegale separatistische Verwaltung“ zu bezeichnen, sowie kritische China-Berichterstattung für Geheimdienstberichte umzuformulieren. Ähnliche Muster hatte zuvor bereits OpenAI dokumentiert.

„Pekings Propaganda darf nicht zum Standardwissen über Tibet im digitalen Raum werden“, so Müller weiter. „Die chinesischen Behörden versuchen seit Jahrzehnten, tibetische Identität durch Kontrolle von Sprache, Bildung und Religion neu zu formen – Anthropics Befunde zeigen die digitale Fortsetzung dieser Politik.“

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Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 

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