A-Sang wird ständig
überwacht und hat
Social Media-Verbot

 

Quelle: anonym

Anfang August haben die chinesischen Behörden den beliebten tibetischen Sänger A-Sang aus der Haft entlassen, wie eine Quelle aus dem Umfeld des Sängers berichtet. A-Sang war am 8. Juli verhaftet worden, nachdem er ein Lied zu Ehren des Dalai Lama gesungen hatte. Von einer Freilassung im Wortsinn kann jedoch keine Rede sein. Tatsächlich steht A-Sang seitdem unter ständiger Überwachung. Der Sänger darf auch keine Live-Streams mehr senden oder über chinesische soziale Medien kommunizieren.

A-Sangs Fall weist in dieser Hinsicht deutliche Parallelen zu dem des tibetischen Umweltaktivisten Tsongon Tsering auf, der ebenfalls kürzlich aus der Haft entlassen wurde. Auch Tsering unterliegt weiterhin strengen Einschränkungen. Diese Form der Entlassung wird von Menschenrechtsorganisationen als sogenanntes „Non-Release Release“ bezeichnet – eine Praxis, bei der Personen zwar physisch aus der Haft entlassen werden, jedoch unter Bedingungen leben müssen, die ihre Freiheit massiv einschränken.

Ein Lied zu Ehren des Dalai Lama

Am 8. Juli, kurz nach dem 90. Geburtstag des Dalai Lama, verhafteten chinesische Sicherheitsbehörden aus dem osttibetischen Kreis Ngaba (chin.: Aba)den jungen Sänger. Zuvor hatte A-Sang eine Coverversion des Liedes „Fürst des Friedens“ gesungen. Das Lied stammt ursprünglich von dem tibetischen Künstler Sher Ten. Es bezieht sich in den folgenden Zeilen auf den Dalai Lama:

„Geboren in Amdo*,
hast Du Fuß gefasst in Zentral-Tibet,
Dein Handeln wird von Indien aus unterstützt,
wir vermissen Dich, Du Fürst des Friedens.”

A-Sang stammt aus dem Dorf Kashul im Landkreis Ngaba, er hat mehr als 30.000 Follower auf Kuaishou, einer chinesischen Social-Media-Plattform. Die Quelle aus dem Umfeld des Sängers berichtete, dass A-Sangs Frau (ebenfalls auf dem Foto) eine Nachricht auf Kuaishou gepostet habe, in der sie schrieb: „Wir möchten mitteilen, dass es uns gut geht. Wir danken unseren Fans dafür, dass sie sich in den letzten zwei Monaten um uns gesorgt haben. Wir werden bald wieder online sein.“

Tibeter feiern Geburtstag des Dalai Lama trotz Chinas Repression

Allerdings hatten die chinesischen Behörden die beiden beliebtesten Accounts von A-Sang und seiner Frau im Zusammenhang mit seiner Verhaftung geschlossen. Trotz strenger Kontrollen durch China feierten die Menschen in Tibet in diesem Jahr den 90. Geburtstag des Dalai Lama auf vielfältige Weise in den sozialen Medien.

„Die Inhaftierung von A-Sang wegen eines Liedes, in dem er seinen Respekt und seine Sehnsucht nach dem Dalai Lama zum Ausdruck brachte, unterstreicht die grundlegende Fragilität der chinesischen Herrschaft in Tibet“, sagte ICT-Präsidentin Tencho Gyatso. „Solche repressiven Methoden sind offenbar notwendig, um die Illusion einer breiten öffentlichen Unterstützung für die Herrschaft der Kommunistischen Partei zu erzeugen. Der mit gewaltigem Aufwand inszenierte Besuch von Xi Jinping in Lhasa zeigte dies zuletzt in aller Deutlichkeit“, so die ICT-Präsidentin.

* Die tibetische Region Amdo umfasst große Teile von Nord- und Nordost-Tibet. Der Geburtsort des Dalai Lama, das Dorf Takster, liegt im Nordosten von Amdo.

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