«Geneva Forum»
endet mit Aufruf zur
Unterstützung Tibets
Quelle: tibet.net
Zwei Tage lang ging es in Genf um Tibet. Bereits zum sechsten Mal organisierte die tibetische Exilregierung in der Schweizer-UNO-Stadt ihr „Geneva Forum“, an dem Vertreter aus 26 Ländern teilnahmen. Im Laufe der zweitägigen Veranstaltung diskutierten sie die aktuelle Lage und suchten nach gemeinsamen Strategien für die Zukunft Tibets.
In seiner Abschlussrede forderte das Oberhaupt der tibetischen Exilregierung Sikyong Penpa Tsering (Bild oben) die internationale Gemeinschaft dazu auf, weiterhin Unterstützung zu leisten, um eine dauerhafte Lösung für den Konflikt zwischen China und Tibet zu finden. Er unterstrich, dass Tibet historisch gesehen nie ein Teil von Chinas war: „Wir verlangen von Ihnen nicht, dass Sie lügen; es ist eine historische Wahrheit“, so der Sikyong.
Er betonte auch, dass die Widerstandsfähigkeit des tibetischen Volkes tief in der Geschichte Tibets verwurzelt sei. Die Leiterin des Tibet-Büros in Genf Thinlay Chukki ging auf die Wahl des Veranstaltungsortes ein. Sie erklärte: „Wir versammeln uns nicht zufällig in Genf, sondern aus Überzeugung. Genf steht im Zentrum des internationalen Menschenrechtssystems, was diesem Forum eine besondere Bedeutung verleiht.“
Prominente Teilnehmer
Bei der Veranstaltung war die ganze Bandbreite der internationalen Tibet-Bewegung vertreten. Zu den prominenten Teilnehmern in Genf zählten auch die ehemalige US-Sonderkoordinatorin für Tibet-Fragen Uzra Zeya und der UN-Sonderberichterstatter für Minderheitenfragen Nicolas Levrat. Professor Levrat hatte unlängst einen Bericht veröffentlicht, in dem er sagt, Chinas Politik drohe, die tibetische Kultur auszulöschen.

ICT-Geschäftsführer Kai Müller (li.) und der Vorsitzende der Parlamentsgruppe Tibet im Deutschen Bundestag Michael Brand. (Foto: ICT)
Nach Genf gekommen war auch Dr. Gyal Lo. Der tibetische Bildungssoziologe gilt als einer der weltweit wichtigsten Experten für Chinas System der Zwangsinternate für tibetische Kinder. Aus Deutschland war neben ICT-Geschäftsführer Kai Müller auch der Parlamentarische Staatssekretär und Vorsitzende der Parlamentsgruppe Tibet im Deutschen Bundestag Michael Brand angereist.
Brand hatte im vergangenen Jahr die Hauptrede bei der Verleihung des ICT-Menschenrechtspreises „Schneelöwe“ gehalten. Auch die „Schneelöwe“-Preisträgerin Dr. Sophie Richardson nahm an der Veranstaltung in Genf teil.
„Spannende und wichtige Veranstaltung“
ICT-Geschäftsführer Kai Müller lobte anschließend die Qualität des „Geneva Forum“. In den verschiedenen Diskussionsrunden hätten die Teilnehmer viele profunde Beiträge abgeliefert. Das „Geneva Forum“ habe viel „Food for Thought“ gebracht, Anregungen zum Weiterdenken also. Insgesamt sei es eine „sehr spannende und wichtige Veranstaltung“ gewesen, so der ICT-Geschäftsführer.

