Konferenz verabschiedet
einstimmig «Deklaration
von Dharamsala»
Quelle: tibet.net
Drei Tage lang diskutierten mehr als 100 Mitglieder der internationalen Tibet-Unterstützergruppen im nordindischen Dharamsala über die gegenwärtige Lage und Wege, die Zusammenarbeit weiter zu stärken. Der Dachverband der indischen Tibet-Unterstützergruppen hatte die Konferenz einberufen, die tibetische Exilregierung leistete Unterstützung bei der Organisation.
Neben Vertretern von Menschenrechtsorganisationen waren auch aktive und ehemalige Politiker nach Indien gereist. Aus Deutschland etwa der Parlamentarische Staatssekretär und Vorsitzende der Parlamentsgruppe Tibet im Bundestag Michael Brand sowie der ehemalige Vorsitzende des Europaparlaments Hans-Gert Pöttering. Auch der Vizepräsident des tschechischen Senats Jiří Oberfalzer und der lettische Parlamentsabgeordnete Juris Vilums nahmen an der Konferenz teil. Insgesamt waren in Dharamsala Menschen aus 32 Ländern vertreten.
Konferenzteilnehmer bekräftigen Solidarität mit dem tibetischen Volk
Noch vor der inhaltlichen Vertiefung in Arbeitsgruppen und Podien verabschiedeten die Konferenzteilnehmer einstimmig die „Deklaration von Dharamsala“. ICT-Geschäftsführer Kai Müller kam die Aufgabe zu, diese auf einer Pressekonferenz (Foto oben) öffentlich vorzustellen. In der Erklärung bekräftigen die Unterzeichner ihre Solidarität mit dem tibetischen Volk.
Explizit unterstützen sie die Erklärung des 14. Dalai Lama vom 2. Juli 2025 zur Frage seiner Reinkarnation. Weiterhin fordern sie die Wiederaufnahme des direkten Dialogs mit China. Vertreter des Dalai Lama oder der gewählten tibetischen Führung sollten direkt und ohne Vorbedingungen Gespräche mit der chinesischen Regierung führen.
Grußansprache von Richard Gere
Die Konferenz begann am 7. März mit einer kurzen Eröffnungszeremonie. Dabei hielt das erst im Februar wiedergewählte Oberhaupt der tibetischen Exilregierung Sikyong Penpa Tsering die Hauptrede. Auch der Internationale Vorsitzende von ICT Richard Gere wandte sich mit einer Grußansprache per Video an die Teilnehmer. Nach drei Tagen intensiver Beratungen und Diskussionen endete das Sondertreffen der internationalen Tibet-Unterstützergruppen am 9. März. Die Teilnehmer konnten sich in Briefings mit der aktuellen Lage in Tibet vertraut machen und diskutierten Gegenstrategien zu den falschen Narrativen aus Peking.
Man war sich darin einig, dass Tibet in der sich wandelnden geopolitischen Landschaft wichtiger denn je ist. Dies unterstrichen mehrere Teilnehmer der Konferenz in einer Pressekonferenz zum Jahrestag des tibetischen Volksaufstandes am 10. März, bei der auch Michael Brand und Hans-Gert Pöttering aus Deutschland auf dem Podium saßen.
Gesprächstermine mit Vertretern der tibetischen Exilregierung
Gemeinsam mit ICT-Geschäftsführer Kai Müller nutzte der Vorsitzende der Parlamentsgruppe Tibet im Bundestag Michael Brand die Tage in Dharamsala auch zu Gesprächen mit Vertretern der tibetischen Exilregierung. Nach einem Termin mit Sikyong Penpa Tsering trafen beide auch mit der tibetischen „Außenministerin“ Kalon Norzin Dolma zusammen.

Mit einer deutschen und einer tibetischen Flagge empfing Kalon Norzin Dolma Michael Brand und Kai Müller. (Quelle: tibet.net)
Dabei stellte Frau Dolma die aktuellen Prioritäten und Initiativen der Exilregierung vor und diskutierte mit ihren Besuchern die Frage, wie und wo die politische Unterstützung für Tibet insbesondere in Europa gestärkt und maximiert werden könne.
Audienz beim Dalai Lama und Feierlichkeiten zum Tag der Tibet-Solidarität

Während der Audienz für die Konferenzteilnehmer überreichte Michael Brand dem Dalai Lama einen „Lauterbacher Strolch“ mit einer Tibet-Flagge. Die volkstümliche Figur aus dem hessischen Bundestagswahlkreis Brands ist ein augenzwinkernder Hinweis darauf, dass die Kreisstadt Lauterbach schon seit 30 Jahren immer zum 10. März die Tibet-Flagge hisst. (Foto: Tenzin Choejor/OHHDL)
Zahlreiche Teilnehmer des Sondertreffens der internationalen Tibet-Unterstützergruppen konnten in Dharamsala auch an einer Audienz beim Dalai Lama teilnehmen. Sikyong Penpa Tsering begleitete die Delegierten zu dem Termin in der Residenz des Dalai Lama. Auch ICT-Geschäftsführer Kai Müller konnte die Gelegenheit wahrnehmen. Richard Gere hatte am Sonntag dem Dalai Lama einen Besuch abgestattet.
Am heutigen Tag fanden in Dharamsala die Feierlichkeiten zum Tag der Tibet-Solidarität statt, bei denen der blutigen Niederschlagung des tibetischen Volksaufstands vom 10. März 1959 gedacht wurde. Viele Konferenzteilnehmer nahmen an der Veranstaltung teil, einige von ihnen – wie etwa Michael Brand und Hans-Gert Pöttering – hielten auch kurze Ansprachen. Aber nicht nur in Dharamsala, sondern in aller Welt fanden heute zahlreiche Mahnwachen und Kundgebungen statt.

Pressekonferenz in Dharamsala: Der Parlamentarische Staatssekretär und Vorsitzende der Parlamentsgruppe Tibet im Bundestag Michael Brand, der Vizepräsident des tschechischen Senats Jiří Oberfalzer, der ehemalige Vorsitzende des Europaparlaments Hans-Gert Pöttering und der lettische Parlamentsabgeordnete Juris Vilums (v.l.n.r.). (Foto: ICT)



